SPD will gesündere Lebensmittel per Gesetz - weniger Fett in der Pizza, weniger Zucker in der Cola

18. Januar 2018 - 12:52 Uhr

Industrie soll weniger Fett, Zucker und Salz verwenden

Während die SPD noch darüber streitet, ob die Partei in eine Große Koalition mit der Union einsteigen soll, sorgt sie sich offenbar um das leibliche Wohl der Deutschen. Das geht aus einem Positionspapier hervor, aus dem die 'Bild'-Zeitung zitiert und das die Bundestagsfraktion einstimmig beschlossen habe, so das Blatt. Kernforderung: Gesündere Lebensmittel. Die Industrie solle weniger Fett, Zucker und Salz verarbeiten. Weniger Zucker in der Cola, weniger Fett in der Pizza, um nur zwei Bespiele zu nennen.

"Gesundheit muss Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben"

Die Lebensmittelindustrie müsse gezwungen werden, ihre Rezepturen zu ändern, da bisher freiwillig zu wenig geschehen sei. Schon 2015 habe der Bundestag mit dem Antrag "Gesunde Ernährung stärken" eine Initiative zur Reduzierung von Fett, Zucker und Salz beschlossen, doch das Ernährungsministerium habe keine Maßnahmen beschlossen, so die SPD. Zwar gab es einen wachsweichen Entwurf von Ernährungs- und Landwirtschaftsminister Christian Schmidt, doch dessen Vorschlag – keine Gesetze, nur freiwillige Maßnahmen der Lebensmittel-Hersteller - kam nie ins Kabinett.

Das wollen die Sozialdemokraten nun ändern. "Die Gesundheit muss Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen haben", so SPD-Ernährungspolitikerin Ursula Schulte in der 'Bild'-Zeitung. Es sollten verbindliche Ziele zur Reduktion des Zucker-, Salz- und Fettgehalts festgelegt werden. "Deshalb müssen die Zielmarken für die verschiedenen Produktgruppen von unabhängigen Ernährungsexperten, Ärzten, Krankenkassen, Gesundheits- und Verbraucherorganisationen erarbeitet werden", heiße es in dem SPD-Papier. Zudem solle es einen verbindlichen Zeitplan geben.

Die AOK schloss sich der Forderung an, auch Verbraucherschützer befürworten die Initiative. Deutliche Kritik gibt es hingegen aus der Lebensmittelindustrie.