Hält die GroKo, wäre das wohl die größere Überraschung

SPD wählt Vorsitzende: Das Beben

1. Dezember 2019 - 12:39 Uhr

Von Nadine Schullerus aus dem RTL-Hauptstadtstudio

Es war eine handfeste Überraschung und ein Paukenschlag, der bis in die CDU-Parteizentrale und das Kanzleramt reichte. Das neue Führungs-Duo bei der SPD heißt Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken. Er: ehemaliger Landes-Finanzminister. Sie: eine bislang relativ unbekannte Bundestagsabgeordnete. Beide: Sehen die große Koalition kritisch. Damit sind sie ins Rennen um den Parteivorsitz gegangen und genau dafür auch gewählt worden.

Im Video: Norbert Walter-Borjans im RTL/n-tv-Frühstart zur GroKo

Beide versichern noch am Samstagabend, fluchtartig wolle man das Bündnis nicht verlassen. Keine Alleingänge. Die Revolution einfach absagen geht aber auch nicht, ohne die eigene Basis zu verprellen. Mitte November trat Norbert Walter-Borjans im RTL/n-tv-Frühstart noch als GroKo-Kritiker im Wahlkampfmodus auf (das ganze Interview bei AUDIO NOW als Podcast).

Also haben sie erstmal eine Menge Forderungen aufgestellt, an die sie den Fortbestand der Koalition knüpfen. Ein Mindestlohn von 12 Euro zum Beispiel, Nachbesserungen am Klimapaket, Abschied von der schwarzen Null und Milliarden-Investitionen. Mit der Union wird das kaum zu machen sein. Überhaupt pocht man bei der CDU auf den Koalitionsvertrag. Und ansonsten sei man "auf alles vorbereitet", heißt es aus der Parteispitze.

Im AUDIO NOW Podcast: Saskia Esken will den Koalitionsvertrag überarbeiten

Also haben sie erstmal eine Menge Forderungen aufgestellt, an die sie den Fortbestand der Koalition knüpfen. Ein Mindestlohn von 12 Euro zum Beispiel, Nachbesserungen am Klimapaket, Abschied von der schwarzen Null und Milliarden-Investitionen. Mit der Union wird das kaum zu machen sein. Überhaupt pocht man bei der CDU auf den Koalitionsvertrag. Und ansonsten sei man "auf alles vorbereitet", heißt es aus der Parteispitze.

Am kommenden Wochenende werden die Delegierten auf dem Parteitag entscheiden, ob sie die Große Koalition verlassen wollen oder nicht. Von heute auf morgen wird die GroKo sicher nicht platzen. Erstmal wird verhandelt. Und dann ist da auch noch die Frage, ob neu gewählt werden muss oder ob zum Beispiel eine Minderheitsregierung weitermacht.

Seit Samstag jedenfalls ist klar, dass das Bündnis gefährlich wackelt. Hält es, wäre das wohl die größere Überraschung.