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SPD-Politikerin Sawsan Chebli trägt Rolex: Unnötige Neiddebatte oder #Uhrengate?

Dietmar Bartsch: "Welche Uhr jemand trägt, ist Privatsache"
Dietmar Bartsch: "Welche Uhr jemand trägt, ist Privatsache" Sawsan Chebli trägt Rolex: Ja, das darf sie 01:19

Dietmar Bartsch: "Welche Uhr jemand trägt, das ist Privatsache"

Sawsan Chebli, SPD-Staatssekretärin im Berliner Senat, stößt auf Twitter und Facebook gerne und oft Debatten an. Mit einem vier Jahre alten Foto ist sie in einen Shitstorm geraten. Auf dem Bild trägt sie eine teure Rolex-Armbanduhr. Damit mache sie sich im Kampf gegen Armut und soziale Ungerechtigkeit unglaubwürdig, finden einige. Dietmar Bartsch (Die Linke) und Linda Teuteberg (FDP) verteidigen die 40-Jährige gegen das angebliche #Uhrengate, wie Sie im Video sehen können.

Sawsan Chebli wehrt sich – und deaktiviert ihren Facebook-Account

Sowohl der Linke-Fraktionsvorsitzende als auch die FDP-Abgeordnete beziehen deutlich Stellung, dass die Uhr Privatsache sei (Bartsch) und Politiker nicht nach ihrem Äußeren bewertet werden sollten. Teuteberg betonte außerdem, dass man sensibel dafür sein müsse, ob das Thema aufgekocht sei, weil Chebli eine Frau ist. Das vier Jahre alte #Uhrengate-Foto hatte ein User ausgegraben und mit Blick auf die Wahlniederlagen der SPD kommentiert: "Alles was man zum Zustand der deutschen Sozialdemokratie 2018 wissen muss."

Sawsan Chebli deaktivierte wegen des Ausmaßes der Beleidigungen, die sie daraufhin erreichten, ihren Facebook-Account. Auf Twitter wehrte sie sich mit deutlichen Worten gegen die Anfeindungen: Ihr sage keiner, was Armut sei, erklärte die SPD-Politikerin.

Sawsan Chebli wollte niemals so arm sein wie ihre Eltern

Chebli wurde 1978 im damaligen Westteil Berlins als 12. von 13 Kindern einer palästinensischen Familie geboren. Erst mit 15 bekam sie die deutsche Staatsbürgerschaft, machte nach dem Politikstudium rasch Karriere. Angst, Not und Armut hätten sie das Kämpfen gelehrt, erinnerte sich Chebli im "Zeitmagazin": "Für mich war klar: Ich wollte niemals so arm und auf die Hilfe anderer angewiesen sein wie meine Eltern. Ich wollte frei sein, das zu tun, was ich möchte."

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