RTL News>News>

SPD-Krise: Wollte Juso-Chef Kevin Kühnert mit russischer Hilfe der eigenen Partei schaden?

SPD-Krise: Wollte Juso-Chef Kevin Kühnert mit russischer Hilfe der eigenen Partei schaden?

Juso-Bundesvorsitzender Kevin Kühnert (SPD) besucht im Rahmen seiner NoGroKo-Werbetour die SPD-Luisenstadt in Berlin-Kreuzberg, um für Stimmen gegen den Eintritt der SPD in eine Koalition mit der CDU beim bevorstehenden Mitgliederentscheid zu werben
Bestreitet die Vorwürfe: Juso-Chef Kevin Kühnert (SPD). Foto: Archiv
imago stock&people, imago/snapshot, snapshot-photography/F.Boillot

Social Bots für Anti-GroKo-Kampagne

Die Krise in der SPD nimmt immer merkwürdigere Züge an: Jetzt gibt es Vorwürfe gegen Juso-Chef und GroKo-Gegner Kevin Kühnert. Nach Informationen der Bild-Zeitung habe sich Kühnert interessiert an einer aus Russland gesteuerten Internet-Kampagne gegen die Große Koalition gezeigt. Dabei sollten so genannte Social Bots zum Einsatz kommen, also Computerprogramme, die mit gefälschten Profilen und Anzeigen vor allem auf Facebook eingesetzt werden, um Stimmung zu machen und die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Kühnert bestreitet die Vorwürfe.

Kontaktname "Juri"

Der Zeitung seien E-Mails von Kühnerts Account zugespielt worden, die eine Verwicklung des Vorsitzenden der Jungsozialisten dokumentieren sollen. So habe sich ein Mann aus St. Petersburg namens Juri bei Kühnert gemeldet und entsprechende Unterstützung für eine gesteuerte Kampagne gegen den damaligen SPD-Chef Schulz und die Neuauflage der Großen Koalition angeboten. Demnach habe Kühnert Aktionen gegen Schulz zwar abgelehnt, sich aber ansonsten interessiert an dem Angebot aus Russland gezeigt: „Wir könnten in der Tat einen mächtigen Schub gebrauchen. (...) Solange es so aussieht, dass die Jusos dafür bezahlen, bin ich nicht besorgt", wird Kühnert aus den angeblich vorliegenden Mails zitiert.

"Niemals solche Methoden einsetzen"

Kühnerts Umfeld wies die Vorwürfe umgehend zurück, die E-Mails seien gefälscht und nicht vom Juso-Chef. Ein Sprecher betonte laut Bild: "Wir würden niemals auf solche Methoden zurückgreifen." Schreibstil der Mail und die dokumentierte Mail-Adresse würden zudem nicht zu Kühnert passen. Die SPD wolle jetzt prüfen, ob sie Anzeige gegen Unbekannt stellt.

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Russische Manipulationsversuche

Immer wieder sorgen angebliche russische Manipulationsversuche in sozialen Netzwerken und westlichen Medien für Schlagzeilen. Sogar der US-Wahlkampf mit dem Sieg des späteren US-Präsidenten Trump sei aus Russland beeinflusst worden. Einen ähnlichen Verdacht gab es auch im Vorfeld der Bundestagswahlen. Die Hintermänner werden teilweise im direkten Umfeld von Russland-Präsident Vladimir Putin vermutet.