SPD-Fraktionschef Saleh: 8. Mai war Tag der Befreiung

Raed Saleh, Fraktionsvorsitzender der SPD im Abgeordnetenhaus Berlin. Foto: Gregor Fischer/dpa/Archivbild
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06. Mai 2020 - 17:21 Uhr

Kurz vor dem 75. Jahrestag des Kriegsendes hat der Berliner SPD-Fraktionschef Raed Saleh unterstrichen, dass der 8. Mai ein Tag der Befreiung war. "Willy Brandt und Richard von Weizsäcker haben die Weitsicht aufgebracht, die Bedeutung des 8. Mai für Deutschland zu erkennen", sagte Saleh am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. "Es war das Ende von zwölf Jahren Nazi-Herrschaft und damit ein Tag der Befreiung. Wir in Berlin würdigen bewusst in diesem Jahr dieses besondere Datum." In Berlin ist der 8. Mai am Freitag einmalig gesetzlicher Feiertag.

Die deutsche Gesellschaft habe sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert, so Saleh weiter. "Unser Land ist bunter, multireligiöser, multiethnischer geworden", sagte er.

"Wir alle zusammen müssen die Verantwortung für unsere deutsche Geschichte in die Zukunft tragen, damit nie wieder von Deutschland aus Hass und Vernichtung über Menschen anderer Kulturen und Religionen gebracht wird. Wir alle zusammen müssen in Zukunft an die schrecklichen Verbrechen erinnern, die im deutschen Namen begangen wurden, und zugleich müssen wir alle zusammen die Verantwortung dafür tragen, dass so etwas niemals wieder geschieht."

Nötig sei ein breites Bündnis aller hier lebenden Demokraten, um den alten und neuen Rechten die Stirn zu bieten. "Da werden alle gebraucht, egal ob ihre Großeltern in Würzburg, in Aachen, in Istanbul oder in Belgrad geboren wurden. Wir alle zusammen sind Verteidiger unserer Demokratie und Werte."

Quelle: DPA