Baumarkt-Riese soll vorsätzlich gehandelt haben

Spatzennester zerstört: Vogelschützer laufen Sturm gegen Hornbach

Weil bei einer Baumarkt-Sanierung offenbar die Nester von mehr als hundert Haussperlingen zerstört wurden, herrscht zwischen Hornbach und Naturschützern dicke Luft.
© Bürgerinitiative Artenschutz Vogelsdorf

23. Juli 2020 - 17:01 Uhr

Nester von über hundert Haussperlingen zerstört

Eigentlich sollte im brandenburgischen Fredersdorf-Vogelsdorf nur ein Baumarkt saniert und zum Teil abgerissen werden. Weil dabei aber offenbar die Nester von mehr als hundert Haussperlingen zerstört wurden, herrscht zwischen dem Baumarkt-Riesen Hornbach und Naturschützern dicke Luft. Denn die werfen dem Unternehmen vor, die Spatzen vorsätzlich ihrer Unterkunft beraubt zu haben. Hornbach droht nun sogar ein saftiges Bußgeld, denn: Der Sperling gehört laut NABU zu den gefährdeten Brutvögeln.

Baumarkt in Fredersdorf-Vogelsdorf sollte saniert werden

Die Bürgerinitiative Artenschutz Vogelsdorf ließ den Abriss von einer Naturschutzbehörde stoppen, nachdem einem ihrer Mitglieder die vielen Singvögel und Nistplätze aufgefallen waren, berichtet der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb). Zufällig, beim Einkaufen, als die Baumarkt-Sanierung schon begonnen hatte. Um bestimmt hundert Nester habe es sich gehandelt, versicherte der Vogelfreund dem Bericht zufolge. Reste davon hängen noch an den Stahlträgern der früheren Gebäudewand.

Spatzen irrten zwischen Trümmern umher

Aber da war das Kind schon in den Brunnen oder – buchstäblich – der Vogel aus dem Nest gefallen: Das halbe Dach war schon weg, die Sperlinge irrten zwischen den Trümmern umher, heißt es weiter. Besonders schlimm aus Sicht der schockierten Tierschützer: Das Dach des Vogelsdorfer Baumarkts sei einer der letzten Zufluchtsorte für Spatzen in dem Gewerbegebiet gewesen.

Darüber hinaus habe Hornbach nicht etwa aus Versehen, sondern vorsätzlich gegen das Naturschutzgesetz verstoßen. "Wir glauben, dass der Baumarkt wissentlich das Risiko eingegangen ist, um einen neuen Außenbereich zu bauen, solange es noch sommerlich ist", erklärte die Bürgerinitiative laut rbb.

Hornbach droht saftiges Bußgeld

Welcher Schaden entstanden ist und wie es mit dem halb abgerissenen Baumarkt weitergehen kann, soll nun ein Gutachter einschätzen. Auch Hornbach will dem Vorfall auf dem Grund gehen, sollte aber sicherheitshalber schon mal ein paar Scheine auf die Seite legen: Dem Landratsamt im Landkreis Märkisch-Oderland zufolge könnte gegen die Baumarkt-Kette ein Bußgeld in Höhe von 50.000 Euro verhängt werden.