Sparsamer Ressourceneinsatz: Über 200 Firmen schon gecheckt

Ein Stromstecker und eine Steckdose. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild
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25. Februar 2020 - 7:30 Uhr

Hier eine optimierte Zeitschaltung, dort ein wasserloses Urinal oder der Kauf einer Luft-Wasser-Wärmepumpe: Mehr als 200 Unternehmen in Rheinland-Pfalz haben sich im Rahmen eines Landesprogramms schon in Sachen effizienter Einsatz von Ressourcen beraten lassen. Jedes Unternehmen, das einen "EffCheck" - so heißt das Projekt - mache, werde derzeit mit 5200 Euro gefördert, teilte das Umweltministerium in Mainz auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Bislang seien es seit dem Jahr 2007 insgesamt 216 "EffChecks" gewesen. Dabei geben externe Berater sowie Landesmitarbeiter zum Beispiel vom Landesamt für Umwelt Tipps, wie Energie, Wasser, Abfall oder Material eingespart werden können.

Der Reptilium Terrarien- und Wüstenzoo in Landau wurde schon 2011 unter die Lupe genommen, wie Geschäftsführer Uwe Wünstel berichtete. Bei dem Check kam unter anderem heraus, dass bei der Beleuchtung nachgebessert werden kann. Bereiche, wo keine Tiere sind, werde seitdem mit LED-Leuchten beschienen. In den Terrarien gehe das nicht, weil die Tiere die abstrahlende Wärme von Lampen bräuchten, erklärte Wünstel. Hier sei auf andere Lampen gesetzt worden.

Unter dem Strich seien etwa 15.000 Euro in neue Beleuchtung gesteckt worden, pro Jahr könnten dadurch immerhin 1500 Euro gespart werden. Früher habe das Reptilium pro Jahr einen Stromverbrauch von rund einer halben Million Kilowattstunden gehabt. Mittlerweile seien es auch dank eines Blockheizkraftwerks, das man mittlerweile habe, und einer Photovoltaikanlage nur noch 130.000 bis 140.000 Kilowattstunden im Jahr.

Mit dem "EffCheck" habe man sich intensive Gedanken über das Thema Energieverbrauch gemacht, das halte bis heute an. Bei der damaligen Kontrolle habe sich auch gezeigt, dass Zeiteinstellungen an einer Heizungsanlage seit einem Stromausfall verloren gegangen waren und bestimmte Heizkreise im Fußboden nicht mehr zeitweise abgeschaltet wurden und so unnötig Heizkosten angefallen waren. Das sei dann geändert worden. "Es waren ein paar Minuten Arbeit", sagte Wünstel. Dadurch würden rund 3000 Euro an Kosten pro Jahr eingespart.

Mit dabei beim "EffCheck" war vor Jahren auch schon der Verkehrslandeplatz Koblenz-Winningen. Ein Ergebnis: Kühlstellen der dortigen Gastronomie wurden nicht optimal genutzt, mit dem Einbau einer Luft-Wasser-Wärmepumpe konnte fortan die Abwärme der Kälteanlagen zurückgewonnen und etwa für das Erwärmen von Wasser genutzt werden.

Bei den Park- & Bellheimer Brauereien in Bellheim (Kreis Germersheim) wurde festgestellt, dass eine Dampfleitung zwischen Sudhaus und einem Schacht zur Abfüllung saniert werden muss. Bei der WHU - Otto Beisheim School of Management in Vallendar wurden nach der Beratung unter anderem elf wasserlose Urinale für rund 5500 Euro angeschafft. Weil dadurch weniger Wasser verbraucht wird, fallen pro Jahr 1140 Euro weniger Kosten an.

Quelle: DPA