Mindestgehalt und Mutterschutz

Spanische Fußballerinnen erkämpfen sich historischen Tarifvertrag

Spaniens Fußballerinnen erreichen «historischen» Tarifvertrag
© dpa, Irina R.H., afp7 kay

20. Februar 2020 - 16:22 Uhr

Mindestgehalt und Mutterschutz geregelt

Die Männer verdienen im Profi-Fußball schnell Millionen - im Frauenfußball sieht es ganz anders aus. Die Fußballerinnen in Spanien haben sich jetzt einen Tarifvertrag erkämpft. Gewerkschaften und Clubs unterzeichneten einen Tarifvertrag, der unter anderem ein Mindestgehalt von 16.000 Euro pro Jahr sowie Mutterschutz vorsieht.

Fußballerinnen streikten im Kampf um den Tarifvertrag

Über ein Jahr lang wurde verhandelt, im vergangenen November traten die Spielerinnen der höchsten spanischen Frauenfußballliga sogar in den Streik - jetzt gibt es ihn endlich, den lang ersehnten Tarifvertrag.  Es handele sich um eine "historische" Vereinbarung für den Frauenfußball, die es in dieser Form "sonst nicht in Europa und sogar auf der ganzen Welt nicht" gebe, sagte der Präsident der Spielergewerkschaft AFE, David Aganzo. Die Spielergewerkschaft vertritt Männer und Frauen und hatte monatelang mit den Fußballerinnen um den Tarifvertrag gekämpft. Es sei vor allem um "Würde, Gleichheit und Gerechtigkeit" gegangen.

Anders als bei den Männern haben viele Profi-Fußballerinnen nur Teilzeitverträge, einige nur über zwölf Wochenstunden - und das, obwohl sie in der ersten Liga kicken und Vollzeit-Fußballerinnen sind, wie Ainhoa Tirapu, Torwartfrau bei Athletic Bilbao und ehemalige Nationaltorhüterin, erklärte. Die Frauen würden nicht nur am Wochenende auf dem Platz stehen, sondern auch täglich trainieren, sich um die richtige Ernährung kümmern und zu medizinischen Untersuchungen gehen. Wie Männer auch - die in der ersten spanischen Liga alle Vollzeitverträge besitzen.

Mindestgehalt liegt immer noch unter Durchschnittseinkommen

Die Spielergewerkschaft AFE schätzt, dass rund 49 Prozent der Profi-Fußballerinnen in Spanien gar kein Gehalt bekommen. Weitere 31 Prozent bekämen wohl weniger als 500 Euro im Monat - für sie ist das ausgehandelte Jahresgehalt von mindestens 16.000 Euro ein echter Fortschritt, wenngleich es immer noch deutlich unter dem spanischen Durchschnittseinkommen von rund 27.000 Euro liegt.

Die ehemalige Nationaltorhüterin Ainhoa Tirapu ist dennoch froh über den Fortschritt. Sie betonte, sie sei stolz, weil alle Spielerinnen "sich zusammengetan und hart gekämpft" hätten, um ihr Ziel zu erreichen.