Missbrauchsfall von Staufen: Spanier wird zu zehn Jahren Haft verurteilt

Der 33-jährige Spanier muss für zehn Jahre hinter Gitter.
Der 33-jährige Spanier muss für zehn Jahre hinter Gitter.
© dpa, Patrick Seeger, pse fdt bwe

06. August 2018 - 17:14 Uhr

Junge zwei Jahre im Darknet angeboten

Ein neunjähriges Kind wird von fremden Männern aus dem In- und Ausland jahrelang vergewaltigt. Seine eigene Mutter soll ihn gemeinsam mit ihrem Freund im Darknet gegen Geld zur Vergewaltigung angeboten haben. Einer der Männer, der sich an ihm vergangen hat, ist ein 33-jähriger Spanier. Er wurde nun vom Landgericht Freiburg zu zehn Jahren Haft verurteilt. Zudem muss er 18.000 Euro Schmerzensgeld an das Opfer zahlen.

Mehr als 10.000 Euro für Vergewaltigungen bezahlt

Der Spanier hatte bereits vor Gericht zugegeben, dem heute zehn Jahre alten Jungen großes Leid zugefügt zu haben. Er habe das Kind mehrfach vergewaltigt und dafür mehr als 10.000 Euro gezahlt. Laut Anklage reiste er dafür von Anfang September 2016 bis August 2017 mehrmals von Barcelona aus per Flugzeug und Mietwagen nach Baden-Württemberg, um sich am Jungen zu vergehen. Nun befand das Gericht den Mann unter anderem wegen Vergewaltigung und schweren sexuellen Missbrauchs für schuldig. Als Grund für die Taten nannte er sein sexuelles Interesse an Kindern.

Vier weitere Männer sind in dem Missbrauchsfall bereits verurteilt worden. Gegen die Mutter und ihren Freund läuft derzeit ebenfalls ein Prozess vor dem Landgericht Freiburg. Die übrigen angeklagten Männer sind bereits schuldig gesprochen worden. Sie erhielten Strafen zwischen acht und zehn Jahren, drei von ihnen mit anschließender Sicherheitsverwahrung.

Mutter und Lebensgefährte haben bereits gestanden

Berrin T. und ihr wegen Kindesmissbrauchs vorbestrafter Partner haben bereits gestanden, den Jungen von Mai 2015 bis August 2017 anderen Männern gegen Geld zur Vergewaltigung angeboten zu haben. Die Anklage lautet auf schwere Vergewaltigung und Zwangsprostitution. Lebensgefährte Christian L. hatte ausgesagt, die Mutter unter Druck gesetzt und zu der Aktion gedrängt zu haben. Ihm wird außerdem vorgeworfen, den Jungen selbst bis zu 60 Mal missbraucht zu haben. Das Paar soll sich auch mehrfach an der dreijährigen Tochter eines Bekannten vergangen haben.

Der Junge lebt mittlerweile in einer Pflegefamilie. Nach Ansicht der Polizei wird er noch jahrelang Hilfe benötigen. Vor Gericht aussagen möchte er bislang nicht.