Spanien: Zustrom von Bootsflüchtlingen reißt nicht ab

© dpa, A. Carrasco Ragel

13. August 2014 - 8:34 Uhr

Der Zustrom von Bootsflüchtlingen nach Spanien nimmt weiter zu. Wie der Seenotrettungsdienst mitteilte, wurden vor der Südküste erneut rund 700 Afrikaner geborgen. Sie hatten mit etwa 70 Booten die Meerenge von Gibraltar überquert. Darunter waren auch 20 Kinder und Jugendliche. Bereits am Vortag waren fast 300 Flüchtlinge angelandet - es war der bis dahin größte Zustrom seit vier Jahren. Der Ansturm überraschte die spanischen Behörden, nachdem die Zahl der Bootsflüchtlinge in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen war.

Die regierende Volkspartei (PP) erklärte die plötzliche Zunahme damit, dass die Grenzanlagen in den spanischen Nordafrika-Exklaven Ceuta und Melilla besser abgesichert seien. Daher unternähmen illegale Zuwanderer nun wieder den Versuch, mit Booten spanisches Gebiet zu erreichen. In Melilla versuchten am Dienstag rund 700 Afrikaner, von Marokko aus die Grenzzäune zu überwinden. Nach Angaben der Polizei gelangten 30 auf spanisches Gebiet. Die übrigen wurden von den Grenzbeamten zurückgedrängt.