Nach dem Beschluss der britischen Regierung sind viele verunsichert

Müssen deutsche Spanien-Heimkehrer bald auch in Quarantäne?

Coronavirus - Spanien
© dpa, Emilio Morenatti, EM lix

28. Juli 2020 - 9:56 Uhr

Bundesregierung prüft jeden Tag

Das, was viele Urlauber fürchten, ist für tausende Briten Realität geworden: Die Regierung in London verhängt völlig überraschend eine erneute Reisewarnung für Spanien. Das heißt: Jeder, der von dort nach Großbritannien einreist, muss in Quarantäne. Auch deutsche Urlauber sind verunsichert: Die Bundesregierung prüft jeden Tag genau, wie sich die Corona-Lage in vermeintlich sicheren Urlaubsländern verändert.

+++ Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTl.de +++

Deutsche Urlauber sind verunsichert

Sonne, Strand, und dann gut erholt eine entspannte Rückkehr nach Hause - so hatten sich tausende Briten den Urlaub vorgestellt. War Spanien doch bei der Abreise als sicheres Urlaubsland eingestuft. Doch nun heißt es plötzlich: zwei Wochen Quarantäne. Bereits am Freitag hatte Norwegen eine 10-tägige Quarantäne für Spanien-Rückkehrer angeordnet und Frankreich eine Reisewarnung für Katalonien im Norden Spaniens ausgesprochen. Das alles verunsichert auch deutsche Urlauber.

Ausbrüche auf dem spanischen Festland

Bisher stuft das Auswärtige Amt Spanien noch nicht als Risiko-Land ein. Das kann sich aber jederzeit ändern. Dann kommt auch auf deutsche Urlauber eine Quarantäne zu. Schon vor zwei Wochen, als Bilder zeigten, wie Menschen ausgelassen an den inzwischen geschlossenen Partyhotspots um den Ballermann feierten, hatte die Bundesregierung alarmiert hingeschaut. Inzwischen ist es in Spanien vor allem auf dem Festland in einigen Regionen wieder zu größeren Ausbrüchen gekommen.

Bald schon flächendeckend Tests für Heimkehrer?

Dr. Christoph Specht hält sogar einen Corona-Test für alle Urlaubs-Rückkehrer deswegen für nicht unwahrscheinlich. "Es würde mich nicht wundern, wenn wir in ein paar Wochen auch flächendeckend dazu kommen, dass sich jeder testen lassen muss, der aus dem Urlaub kommt und nicht nur aus den jetzigen Risikogebieten", schätzt der Medizin-Experte gegenüber RTL die Lage ein.

Arbeitgeber muss Quarantäne zahlen

Das bedeutet für die positiv Betroffenen: Zwei Wochen extra Corona-Urlaub, ob sie nun wollen oder nicht. Wie sieht es denn da rechtlich aus? Muss dann Sonderurlaub beantragt werden? "Erstmal muss man feststellen, dass es nicht mein Fehler ist, wenn ich im Urlaub bin und dann plötzlich mein Urlaubsgebiet Risikogebiet wird", sagt uns Rechtsanwältin Nicole Mutschke. "Das ändert arbeitsrechtlich schon einiges - eine 'vorübergehende Verhinderung' muss dann auch vom Arbeitgeber bezahlt werden."

VIDEO-PLAYLIST: ALles, was Sie über Corona wissen müssen