Spanien: 300.000 Babys aus Kliniken geraubt

29. September 2011 - 8:11 Uhr

Meine Eltern haben mich gekauft

Ein unglaublicher Verdacht erschüttert die Menschen in Spanien: In Krankenhäusern im ganzen Land sind über Jahrzehnte offenbar hunderttausende Neugeborene für tot erklärt worden, um sie dann an kinderlose Paare weiterzuverkaufen. Nach Schätzungen einer Menschenrechtsorganisation fand der Babyraub rund 300.000 Mal statt.

Auch Antonio Barroso wurde als Baby verkauft und ist nun auf der Suche nach der Wahrheit. Vor vier Jahren hat er erfahren, dass seine Eltern nicht seine leiblichen Eltern sind, für den heute 42-Jährigen ein Schock. "Ein Freund hat mich angerufen, sein Vater lag im Krankenhaus auf dem Sterbebett und hat ihm erzählt, dass seine und meine Eltern uns gekauft haben", berichtet Barroso im RTL-Interview.

Auf der Geburtsurkunde steht, der 42-Jährige sei der leibliche Sohn seiner Eltern. Doch das ist gelogen. Antonio Barroso hat einen Gentest gemacht, der war negativ. Der Spanier ist daraufhin offensiv an die Öffentlichkeit gegangen - seitdem melden sich immer mehr betroffene Mütter und Kinder.

Nonnen sollen bei Raub geholfen haben

Die spanischen Behörden wollten lange Zeit nichts von den kriminellen Machenschaften wissen. Denn Hilfe bekam die 'Baby-Mafia' offenbar von Nonnen, die die Babys nach der Geburt in ihre Obhut nahmen. Aber jetzt hat die Staatsanwaltschaft offiziell Untersuchungen aufgenommen - wenn auch schleppend.