Horn des Bullen traf ihn an der Leiste

19-Jähriger von Stier aufgespießt und getötet

Teenager stirbt bei Stiertreiben in Spanien
© action press

01. Mai 2019 - 17:53 Uhr

Stiertreiben nahe Valencia

Bei einem spanischen Stiertreiben hat ein Bulle einen jungen Mann getötet. Der 19-Jährige sei am Dienstagabend in Chilches nahe Valencia von einem Horn des Tieres an der Leiste getroffen worden, berichten spanische Medien unter Berufung auf Behörden.

19-Jähriger nahm regelmäßig an Stierkämpfen teil

Der Mann habe viel Blut verloren. Er sei sofort ins Krankenhaus gebracht worden, dort aber kurz darauf gestorben, zitierte die Zeitung "La Vanguardia" Polizeiquellen. Nach Angaben von metro.co.uk handelt es sich bei dem Toten um den 19-jährigen Fran Gonzalez aus einer nahe gelegenen Stadt. Er soll in der Gegend als "Recortador" bekannt gewesen sein und regelmäßig an Kämpfen teilgenommen haben. Sogenannte Recortadores weichen mit dem Körper den Angriffen des Stiers aus, manchmal auch mit einem Sprung über das Tier.

Schweigeminute für den Toten

Der 19-Jährige soll von einem Bullen namens Juanito aufgespießt worden sein, kurz nachdem das Tier aus einer Box rausgelassen worden war. Zuschauer, die das Treiben beobachteten, standen hinter einem Schutzzaun.

Die Veranstalter teilten mit, sie hätten mit der örtlichen Regierung entschieden, für den restlichen Abend alle Programmpunkte der mehrtägigen Veranstaltung zu streichen. Am Mittwoch soll dem Toten mit einer Schweigeminute gedacht werden.

Immer wieder Zwischenfälle bei Stierkämpfen

Stierkämpfe sind weltweit umstritten, und immer wieder kommt es dabei zu Zwischenfällen. In Paraquay wurde kürzlich ein Mann von einem Stier fast totgetrampelt, wie im Video zu sehen ist.

Gerade Hobby-Toreros neigen nicht selten zum Leichtsinn – wie ein Vater, der in Portugal mit seinem kleinen Sohn auf dem Arm gegen einen Stier kämpft.

Stiere dürfen auf Mallorca wieder getötet werden

Der spanische Stierkämpfer Alejandro Talavante kämpft in der Las Ventas Stierkampfarena gegen einen Bullen - ein spanisches Gesetz schützt die Corrida als "immaterielles Kulturgut".
© dpa, Daniel Ochoa De Olza, DO hjb sab

In Spanien gehören Stierkämpfe zum Kulturgut. Auf Mallorca dürfen die sogenannten Corridas inzwischen sogar wieder bis zum Tod des Tieres geführt werden. Das spanische Verfassungsgericht kippte Ende 2018 ein erst im Jahr zuvor verhängtes Verletzungs- und Tötungsverbot.