So hat die Pandemie unser Leben verändert

Sozialforscherin warnt: Homeoffice sorgt für gesellschaftliche Spaltung

01. Januar 2021 - 14:03 Uhr

So erlebten Familien das Pandemiejahr

Es war ein Jahr, das unsere Familien durcheinander gewirbelt hat wie wohl kaum ein zweites. Aber viele Familien können den Veränderungen durch die Corona-Krise auch etwas Positives abgewinnen. Wir haben darüber mit der sechsköpfigen Familie Flick aus Hessen gesprochen.​ Welche Probleme und neue positive Aspekte sie im Corona-Jahr 2020 erlebt haben, erzählen Sie in unserem Video.

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"Mit der Familie daheim sein ist ein Riesen-Pluspunkt"

Familienvater Dennis Flick aus der hessischen Gemeinde Kriftel ist dieses Jahr positiv gestimmt. Auch wenn er sich an das Arbeiten von Zuhause mit vier kleinen Kindern und seiner Frau erst einmal gewöhnen musste, ist er heute glücklich: "Dass man die Zeit jetzt wirklich zu 100 Prozent mit der Familie verbringt und daheim ist, das ist auf alle Fälle besser. Wo man vorher in der Kantine gegessen hat und jetzt Daheim zusammen, das ist schon ein Riesen-Pluspunkt".

Wie die sechsköpfige Familie ihren Alltag meistert, zeigen wir im Video. Sie scheinen trotz Corona-Maßnahmen gut zurechtzukommen. Was auch daran liegen mag, dass Vater Dennis das mobile Arbeiten von Zuhause nutzen kann. Leider können das nur wenige in Deutschland, sagt Soziologin Michaela Kreyenfeld in unserem Interview.

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Ein Gefühl der Ungleichbehandlung

Experten sind sich sicher: Die bessere Vereinbarkeit zwischen Beruf- und Privatleben durch mobiles Arbeiten wird auch in der Zeit nach Corona bleiben. Doch viele Menschen sind davon ausgeschlossen. Etliche Berufe können nicht von Zuhause aus ausgeführt werden, sagt Soziologin Michaela Kreyenfeld: "Wer kann denn im Homeoffice arbeiten? Es sind die Hochqualifizierten. Das sind die mit höherem Einkommen. Das führt natürlich zu einer zunehmenden Spaltung auf dem Arbeitsmarkt – zu einem Gefühl der Ungleichbehandlung."

Außerdem wüssten die meisten Menschen nicht, wie das kommende Jahr verlaufen werde, was verunsichert. Die Expertin kritisiert: "Diejenigen, die in Kurzarbeit sind, haben ganz große Angst vor der Arbeitslosigkeit. Und Arbeitslosigkeit, das ist auch etwas, was die Familien tangiert. Wir wissen, dass Arbeitslosigkeit ein ganz großer Anstoß für Scheidung und Trennung sind."

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Mehr Belastung durchs Homeoffice, Kurzarbeit, möglicherweise sogar Angst um den Job – und ganz nebenbei auch noch eine deutlich umfangreichere Kinderbetreuung: Die 30- bis 59-Jährigen mussten in der Corona-Pandemie bisher so einiges wuppen. Und weil gerade diese Generation als Rückgrat der Gesellschaft gilt, ist ihre Stimmung sehr einflussreich auf die Gesamt-Stimmung im Land. Und die scheint zu kippen, wie eine aktuelle Studie ergab.