Falls Eigenverantwortung der Reisenden nicht ausreicht

Spahn prüft Corona-Testpflicht für Urlaubs-Rückkehrer aus dem Ausland

Corona-Tests am Flughafen Köln
© dpa, Marius Becker, mb wst

25. Juli 2020 - 17:38 Uhr

"Wir prüfen auch, ob es rechtlich möglich ist"

Das wäre sicher ein Kraftakt, wenn es denn so kommen sollte: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) lässt prüfen, ob es für Reiserückkehrer aus dem Ausland auch eine Corona-Testpflicht geben könnte. Zunächst setze er auf die Eigenverantwortung der Reisenden, auf verstärkte Informationskampagnen und mehr Testmöglichkeiten, sagte er im Deutschlandfunk.

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Kostenlose Tests für Heimkehrer aus Risikogebieten angelaufen

25.07.2020, Nordrhein-Westfalen, Köln: Reisende stehen am Corona-Testzentrum am Flughafen Köln/Bonn an. An den Flughäfen in Düsseldorf, Köln/Bonn und Dortmund haben kostenlose Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten begonnen. Foto: Marius Beck
Reisende stehen am Corona-Testzentrum am Flughafen Köln/Bonn in der Schlange.
© dpa, Marius Becker, mb wst

"Wir prüfen auch, ob es rechtlich möglich ist, das ist ja ein Eingriff in die Freiheit, jemanden zum Test zu verpflichten", sagte er. Die Gerichte schauten sehr genau, dass jeder rechtliche Eingriff verhältnismäßig sei.

Spahn und die Gesundheitsminister der Bundesländer hatten am Freitag beschlossen, dass sich alle Reisenden aus Risikogebieten nach ihrer Rückkehr in Deutschland künftig kostenlos auf das Coronavirus testen lassen können. Wer keinen negativen Test hat, muss wie bisher für zwei Wochen in häusliche Quarantäne. Auch Reisende aus Nicht-Risikoländern, darunter nahezu die gesamte EU, können sich freiwillig innerhalb von 72 Stunden testen lassen.

Derzeit viele kleine Ausbrüche

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) steigt aus einem Flugzeug der Flugbereitschaft
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"Wir werden es möglich machen, dass jeder Reiserückkehrer sich testen lassen kann", erläuterte Spahn. "Ich bin sehr dafür, dass bei Reiserückkehrenden sich im Zweifel einer zu viel testen lässt als einer zu wenig, aber im Kern gilt das Gleiche wie auch zu Hause im Urlaub: Aufeinander aufpassen, darum geht's."

Zu der zuletzt wieder gestiegenen Zahl von Corona-Neuinfektionen in Deutschland meinte Spahn, das habe "vor allem zu tun eben mit Reiseaktivitäten, Reiserückkehrern aus bestimmten Regionen - zum Teil dem Westbalkan, der Türkei". Dabei sehe man, dass auch die Landreisen "entsprechende Risiken mit sich bringen, wenn wir es nicht erkennen".

Derzeit gebe es viele kleinere Ausbrüche. Die Frage sei, "ob daraus jetzt eine Welle wird oder ob es uns gemeinsam gelingt, sie rechtzeitig zu brechen, also Infektionsketten schnell zu erkennen und schnell zu unterbrechen. Dafür braucht es eben gezieltes, aber auch umfangreiches Testen."