Spahn plant neues Gesetz: Bekommen wir bald schneller einen Termin beim Facharzt?

24. Juli 2018 - 21:39 Uhr

Gesundheitsminister Jens Spahn will mehr Sprechstunden beim Arzt für Kassenpatienten

Als Kassenpatient hat man es nicht immer einfach. Vor allem dann nicht, wenn man schnell einen Termin beim Facharzt braucht. Dann heißt es oft: "Wir können Ihnen erst wieder in sechs Monaten einen Termin anbieten." Genau dieses Problem möchte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nun beheben und plant ein neues Gesetz. Kassenpatienten sollen schneller Termine beim Arzt bekommen.

Wie soll das neue Gesetz aussehen?

Das ewige Warten auf einen Termin bei einem Facharzt soll bald ein Ende haben. Denn genau dieses Ärgernis möchte Jens Spahn mit seinem "Gesetz für schnellere Termine und bessere Versorgung" beheben. Doch wie soll das funktionieren?

Ab April 2019 sollen niedergelassene Ärzte fünf Stunden die Woche mehr arbeiten und so zusätzliche Sprechstunden für Kassenpatienten anbieten.  Zudem sollen bestimmte Ärztegruppen wie Haus- und Kinderärzte, Augenärzte, Frauen- und Hals-Nasen-Ohrenärzte mindestens fünf Stunden die Woche offene Sprechstunden anbieten, so dass eine vorherige Terminvergabe nicht nötig ist. Außerdem sollen Ärzte mehr Geld bekommen, wenn sie schnellere Termine vergeben: "Ärzte, die neue Patienten annehmen, die mehr Patienten annehmen, die helfen, dass es schneller zur Terminvergabe kommt – die sollen nicht finanziell bestraft werden, sondern eine entsprechende Unterstützung bekommen", sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Schnellere Arzttermine für alle

Grundsätzlich will Spahn, dass die Vermittlung von Arztterminen effizienter wird. Dafür will er die schon existierenden Termin-Service-Stellen weiterentwickeln: Eine bundesweit einheitliche Nummer 116 117 soll Kassenpatienten rund um die Uhr Termine bei Haus- oder Kinderärzten und Notfallpatienten an passende Praxen vermitteln. Zudem sollen Termine bald auch online oder über eine App vereinbart werden können.

Ein weiteres Problem, das mit dem Gesetzentwurf behoben werden soll, ist der akute Ärztemangel auf dem Land. So sollen die Kassenärztlichen Vereinigungen in ländlichen Regionen, die medizinische Versorgung mit Ärztebussen oder digitalen Sprechstunden gewährleisten, sofern es nicht genügend Arztpraxen gibt. Alle Maßnahmen sollen laut Spahn ohne Erhöhung der Krankenkassenbeiträge greifen und ab dem 1. April 2019 in Kraft treten.