Spätestens bis 2050 verseucht Plastikmüll fast alle Seevögel

Forscher fordern zu Maßnahmen auf

Schon jetzt leiden Seevögel unter der Verschmutzung der Meere, zwei Drittel sind von Plastikmüll verseucht. Spätestens 2050 werden nahezu alle Arten Plastik im Magen haben, warnen Forscher.

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Schwimmender Plastikmüll gefährdet Meeresbewohner aller Arten.
dpa, Daphne Tieleman

Flaschendeckel, Plastiksplitter, Feuerzeuge – dort wo einst der Verdauungstrakt des Seevogels war, schimmert jetzt ein Haufen bunter Kunststoffreste. Zwischen 5 und 13 Millionen Tonnen Plastik gelangen jährlich laut Experten in die Weltmeere. Nach einer Einschätzung für das Fachmagazin ‚Proceedings of the National Academy of Sciences‘ sind besonders die Bewohner des Südlichen Ozeans betroffen.

Ohnehin gelten die Probleme nicht nur für Vögel, sondern für alle Meeresbewohner. Robben, Fische, Haie, Wasserschildkröten – sie alle können sich in Plastik verheddern und ertrinken. Verschluckte Teile verstopfen den Verdauungstrakt, die Tiere verhungern oft dadurch.

Um das Desaster aufzuhalten, müsste der Müll in den Meeren drastisch reduziert werden, fordern Experten. Die EU hat Initiativen auf den Weg gebracht, um etwa den Verbrauch von Plastiktüten zu verringern, die nur einmal genutzt werden. Müllentsorgungsanlagen sind rar, viele Länder kommen mit der Entwicklung einfach nicht hinterher.