'SpaceShip Two' abgestürzt - die private Raumfahrt liegt in Trümmern

02. November 2014 - 10:56 Uhr

Ein Pilot tot, einer schwer verletzt

Ein Pilot ist beim Absturz des privaten Raumflugzeugs 'SpaceShip Two' im US-Bundesstaat Kalifornien getötet worden.Das bestätigte die Polizei. Der andere sei schwer verletzt worden. Die Passagierraumfähre zerschellte kurz nach dem Start zu einem Testflug in der Mojave-Wüste.

SpaceShip Two abgestürzt: private Raumfahrt in Trümmern
Überreste des abgestürzten Raumgleiters in der Wüste in Kalifornien.
© REUTERS, LUCY NICHOLSON

Das 'SpaceShip Two' wurde zunächst von einem Trägerflugzeug in die Höhe getragen und dann ausgeklinkt. Das Trägerflugzeug sei sicher gelandet, so das Unternehmen Virgin Galactic. Die abgestürzte Maschine bot Platz für zwei Piloten und sechs Passagiere.

Für das Unternehmen bedeutet der Verlust der Maschine einen herben Rückschlag: Die Passagierraumfähre sollte den Planungen zufolge vom kommenden Jahr an Weltraumflüge für Privatpersonen anbieten, die bis in 150 Kilometer Höhe über der Erde führen. Die Entwicklung wird von den Firmen Virgin Galactic und Scaled Composites finanziert. Hinter dem Projekt steht unter anderem der milliardenschwere britische Unternehmer Richard Branson.

Herber Rückschlag für Virgins Weltraumpläne

Als er sein ehrgeiziges Projekt im Jahr 2009 der Öffentlichkeit vorstellte, sagte Branson: "Es gib ja bislang nur 500 Leute, dies es bis in den Weltraum geschafft haben, die privilegierten Astronauten halt. Wenn man aber die Leute fragt. Wollen acht von zehn das auch. Und ich will ihnen diese Möglichkeit geben." 800 Tickets für einen solchen Raumflug zum Preis von 250.000 Dollar wurden bislang verkauft, eines auch nach Deutschland. Gut möglich, dass bei dem Unglück in Kalifornien 800 Träume für immer ausgeträumt wurden – die Zukunft der touristischen Raumfahrt scheint unklar.

Erst am vergangenen Mittwoch war eine Rakete mit dem unbemannten privaten Versorgungsfrachter 'Cygnus' beim Start zur Internationalen Raumstation ISS explodiert.

Branson gibt sich dennoch kämpferisch. Zwar sei er "schockiert" über den Absturz, dennoch soll das Projekt weitergehen. "Das Weltall ist hart - aber es lohnt sich. Wir werden durchhalten und gemeinsam voranschreiten", teilte er mit.