„Das Geld hängt an den Bäumen“

Soziales Projekt aus Hamburg geriet in Notlage - so wurden die Jobs von Ex-Obdachlosen gerettet

Apfel
Apfel
© pixabay

06. April 2021 - 14:44 Uhr

Obst retten und Gutes tun

Obst aus der Region sammeln, das optisch nicht für den Direktverbrauch geeignet ist und daraus dann Schorlen und Säfte herstellen. Die Idee des Projekts "Das Geld hängt an den Bäumen" aus Hamburg-Wilhelmsburg ist einfach, doch es steckt viel mehr dahinter. "Wir arbeiten überwiegend mit Menschen zusammen, die vergessen werden in der Gesellschaft. (…) Wir haben einige Persönlichkeiten, die durch jedes Raster fallen", so die Projektleiterin Nancy Menk im RTL Nord-Interview. Das Projekt will mit den geschaffenen Arbeitsplätzen den Menschen eine Chance geben, die es im Leben schwer haben, sei es durch ein Handicap, eine Depression oder etwas anderem Besonderen. Doch durch die Corona-Pandemie sank der Absatz um 70 Prozent – viele Mitarbeiter mussten um ihre Jobs bangen.

Die Idee zum Projekt

Vor über zehn Jahren hatte Gründer und Geschäftsführer Jan Schierhorn die Idee für das Projekt, als er unter einem Apfelbaum im Garten lag und sich überlegte, wie viele Äpfel jedes Jahr einfach vergammeln und wie man das verhindern könnte. Daraus ist das soziale Unternehmen mit mittlerweile 20 Mitarbeitern geworden.

Angst um die Jobs durch die Corona-Pandemie

Corona ging auch an dem Projekt nicht spurlos vorbei. Normalerweise liefert der Verein seinen Saft und Schorlen an Restaurants, Behörden und Betriebe aus. Durch die Pandemie gab es kaum Bestellungen. "Man hat auch gemerkt, irgendwann fällt einem alles auf den Kopf. Hier hat man dann auch einfach gesehen, dass man hier so eine zweite Familie hat. Und einen Halt hat", sagt René Ostrowski. Der 41-Jährige war lange obdachlos. Seit knapp vier Jahren arbeitet er nun in diesem Projekt. Dann mussten er und seine Kollegen um ihre Jobs bangen. Doch durch Soforthilfe der Stadt, Spenden, Bestellungen auf Vorkasse und den Hofladen war es möglich, sich so über Wasser zu halten, dass niemand gehen musste. Jetzt wird in Wilhelmsburg wieder "ausgeschenkt". Wer helfen will, kann eine "Retterkiste" kaufen. Mit Saft, Honig und Blumensaat.