Sozialdienst statt Haft: Berlusconi will einen auf Zivi machen

27. November 2013 - 19:22 Uhr

Sozialdienst könnte Haftstrafe verkürzen

Kann man Silvio Berlusconi bald sehen, wie er Essen auf Rädern ausfährt, Müll sammelt oder sich um Drogenabhängige kümmert? Laut seines Anwaltes will der ehemalige italienische Ministerpräsident gemeinnützige Arbeit leisten, anstatt seine einjährige Haftstrafe abzusitzen. Demnach werde ein entsprechender Antrag innerhalb einer Woche vor dem zuständigen Mailänder Gericht gestellt und danach die Details besprochen.

Berlusconi als Zivi?
Silvio Berlusconi möchte lieber Sozialdienst leisten, statt seine Haft abzusitzen.
© REUTERS, TONY GENTILE

Berlusconi war wegen eines Steuerdelikts zu einem Jahr Haft verurteilt worden, kann aufgrund seines hohen Alters aber zwischen Hausarrest oder gemeinnütziger Arbeit wählen. Da der Immunitätsausschuss des italienischen Senats mittlerweile den Rauswurf Berlusconis aus der Kammer empfahl, steht Berlusconi unter Druck. Denn durch den Rauswurf verlöre er auch seine Immunität, welche ihn bisher vor einer Festnahme schützte. Aufgrund technischer Schwierigkeiten wird er aber mindestens bis Weihnachten noch auf freiem Fuß bleiben.

Experten sind der Meinung, dass sich Berlusconi für den Sozialdienst entscheidet, da die Auflagen für die Bewegungsfreiheit weniger hart seien. Außerdem könnte der Sozialdienst seine Haftstrafe um zwei Monate verkürzen.

Priester wirbt um Berlusconi, damit dieser "Erlösung" finde

Zahlreiche karitative Vereine werben nun bereits um Berlusconi. Einer von ihnen ist der Priester Antonio Mazzi, der sich mit seiner Gemeinschaft um Drogenabhängige kümmert. Der Zeitung 'La Repubblica' sagte er: "Ich hätte Berlusconi gern hier mit meinen Jugendlichen, nicht aus Bosheit, sondern für seine Erlösung." Berlusconi solle dann stille und bescheidene Arbeiten verrichten, angefangen beim Putzen des Klos.

Auch andere Vereine buhlen um Berlusconi. So erhielt der Medienmogul auch von Tierschutzverbänden und Auffangstationen für misshandelte Frauen, für Prostituierte und Spielsüchtige Angebote. Berlusconi, der sich als "Bufdi" um Prostituierte kümmert? Was wie ein makabrer Scherz klingt, könnte wahr werden.