TVNOW-Doku zu Angela Merkel: Abschied von der Macht

Sophia Thomalla findet die Kanzlerin klasse: „Merkel ist eine coole Frau“

6. Dezember 2019 - 14:06 Uhr

Von Franca Lehfeldt und Philipp Sandmann

So manches Jackett, das Angela Merkel in den Neunzigerjahren getragen hat, wäre heute wieder schwer in Mode. Aber das konnte natürlich damals noch niemand wissen. "Die junge Angela Merkel, die gefällt mir wahnsinnig gut", sagt Patricia Riekel, ehemals Chefredakteurin der "Bunte", in einem Film über die Bundeskanzlerin, der ab jetzt auf TVNOW zu sehen ist.

Die Mode und die Kanzlerin: Das ist ein eigenes Kapitel, nicht nur im Leben von Angela Merkel, sondern auch in der Doku, in der persönliche und politische Wegbegleiter der Bundeskanzlerin zu Wort kommen. Über den Stil und die Mode von Angela Merkel sagt Riekel, dass Merkels heutige Anzüge eine Art Rüstung seien. "Diese Rüstung sagt uns: So könnt ihr mich wahrnehmen, aber, ihr wisst gar nicht, wer ich bin."

Auch Social-Media-Star Sophia Thomalla äußert kommt in dem Film zu Wort. Thomalla, Model und Moderatorin, unterstützte die Kanzlerin 2017 im Wahlkampf. Sie sagt: "Merkel ist eine coole Frau."

In acht spannenden Kapiteln erzählt die TVNOW-Doku "Angela Merkel: Abschied von der Macht" die Geschichte der Bundeskanzlerin und stellt die Frage: Wie hat die jahrelange Macht Angela Merkel eigentlich verändert?

Die Unterschätzte

Gerhard Schröder übergab im Jahr 2005 das Bundeskanzleramt an Angela Merkel.
Gerhard Schröder übergab im Jahr 2005 das Bundeskanzleramt an Angela Merkel.
© dpa/dpaweb, Z1004 Peer Grimm

1991 wird Angela Merkel Bundesministerin für Familie und Jugend unter Kanzler Helmut Kohl. Im politischen Bonn, und später in Berlin, wird Merkel unterschätzt. Keiner ahnt zu diesem Zeitpunkt, welch rasanten Aufstieg die junge Ostdeutsche innerhalb der CDU hinlegen wird. Patricia Riekel, die Merkel viele Male interviewte, sagt: "Ich glaube, dass man sie damals nicht für richtig voll genommen hat."

Doch einige Männer innerhalb der CDU müssen spätestens ab dem Jahr 2000 erfahren, wie durchsetzungsstark sie ist. Friedrich Merz, der bis heute als einer ihrer schärfsten Kritiker gilt, zieht damals den Kürzeren, als Merkel Fraktionsvorsitzende von CDU/CSU wird. Zuvor war sie bereits Parteivorsitzende geworden und behielt dieses Amt für ganze 18 Jahre. Vor genau einem Jahr hielt Merkel ihre letzte Rede als CDU-Chefin.

SPD verzweifelt an Merkel

A combination of two photos show German Chancellor Angela Merkel and Social Democratic Party (SPD) leader Martin Schulz as they attend a debate of the lower house of parliament Bundestag in Berlin, Germany, December 12, 2017. REUTERS/Fabrizio Bensch
Martin Schulz forderte 2017 Angela Merkel heraus. Aber auch bei dieser Bundestagswahl gewann Merkel.
© REUTERS, FABRIZIO BENSCH, FAB/EKA

Auch die vielen Kanzlerkandidaten in der SPD, die mit "S" beginnen, können Merkel ab 2005 nicht mehr vom Thron stoßen. Ob Gerhard Schröder, Frank-Walter Steinmeier, Peer Steinbrück oder zuletzt Martin Schulz: Merkel setzt sich durch. Franz Müntefering, Ex-Parteivorsitzender der SPD, sagt im Film zur Bundestagswahl 2017 und dem SPD-Herausforderer: "Da hätte auch kein anderer gewonnen. Das war nicht nur Martin Schulz, der da nicht gewinnen konnte, das konnte keiner."

Merkels Erbe

Doch zuletzt bröckelte das System Merkel sichtbar. Der Kampf um ihre Nachfolge ist eröffnet, ihre designierte Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer schwächelt und auch die Kanzlerin zeigte im Sommer 2019 erstmals eine körperliche Schwäche. Ihr Zittern ging um die Welt. Die große Frage: Schafft es Merkel, ihr Amt in Würde zu übergeben? Und wird die Nachfolgerin oder der Nachfolger ihr Erbe weiterführen?

Über den Hass, der Merkel seit ihrer Flüchtlingspolitik in ostdeutschen Bundesländern entgegenschlägt, sagt Bundesinnenminister a.D. Thomas de Maizière (CDU): "Natürlich berührt sie das. Gerade wenn sie als starke ostdeutsche Frau von den Ostdeutschen so abgelehnt wird in der Flüchtlingsfrage, dann trifft sie das."

Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende der Grünen, beschreibt die aktuelle Situation der Kanzlerin: "Ihr Einfluss, eine Regierung zusammenzuhalten, schwindet mit jedem Tag." Über das Erbe von Merkel sagt sie: "Was von ihr mit Sicherheit bleiben wird, ist dieser Drang, die Freiheit zu verteidigen."