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Sonntag ist es soweit: Bibiana Steinhaus feiert Schiedsrichter-Premiere in der Bundesliga

Sonntag ist es soweit: Bibiana Steinhaus feiert Schiedsrichter-Premiere in der Bundesliga

Beim Spiel Hertha BSC Berlin gegen Werder Bremen

Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus wird als erste Frau in der Bundesliga ein Spiel leiten - ein Meilenstein im deutschen Fußball.

Bibiana Steinhaus: "Meine Vorfreude ist natürlich sehr groß"

GROSSASPACH, GERMANY - AUGUST 19: Referee Bibiana Steinhaus during the 3. Liga match between SG Sonnenhof Grossaspach and VfR Aalen at  on August 19, 2017 in Grossaspach, Germany. (Photo by Daniel Kopatsch/Bongarts/Getty Images)
Da geht's lang! Am Sonntag läuft die Partie Hertha BSC Berlin gegen Werder Bremen nach Steinhaus' Pfeife.
Bongarts/Getty Images, Bongarts

Das Warten hat ein Ende, die Bundesliga tanzt nach Steinhaus' Pfeife: Bibiana Steinhaus wird am Sonntag bei der Begegnung zwischen Hertha BSC und Werder Bremen als erste Frau in der Fußball-Bundesliga ein Spiel leiten. Auch wenn das Duell am 3. Spieltag von Tabellenschlusslicht Bremen beim Europa-League-Starter Berlin durchaus Spannung verspricht - alle Augen werden auf die Schiedsrichterin gerichtet sein.

"Meine Vorfreude auf die erste Partie in der Bundesliga ist natürlich sehr groß", sagte Bibiana Steinhaus: "Ich freue mich, dass diese tolle Herausforderung für mein Team und mich am Sonntag endlich losgeht." Welche Überschrift sie danach gerne lesen würde? "Keine, dann ist alles gut", hatte Steinhaus in einem ausführlichen Interview mit den Zeitungen der Madsack-Gruppe gesagt.

Es wird wohl ein frommer Wunsch bleiben. Dabei dürfte Steinhaus den Medienrummel gewohnt sein: Als vor einem Jahr ihre Beziehung zu ihrem Kollegen, dem englischen Top-Referee Howard Webb, bekannt wurde, machte sie Schlagzeilen und nun wird sie eine der letzten Männer-Festungen zu Fall bringen. Dabei war das gar nicht ihr Ziel. "Ich hatte nie vor, einen Emanzipationsweg zu beschreiten. Ich tue nur, was ich liebe", sagte die 38-Jährige im Juli im Trainingslager der deutschen Unparteiischen in Grassau.

Alexander Nouri: "Das hat sie sich verdient"

Sechsmal war Steinhaus Schiedsrichterin des Jahres, sie leitete 80 Zweitliga-Spiele, seit 2009 ist sie bei internationalen Frauen-Turnieren im Einsatz, zuletzt bei der EM in den Niederlanden. Nach zehn Jahren in der 2. Bundesliga steigt sie nun in die Bundesliga auf. "Das hat sie sich durch starke Leistungen verdient. Das zählt, und nicht ob Mann oder Frau", sagte Werder-Bremen-Coach Alexander Nouri. Für DFB-Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich war es "einfach an der Zeit", dass die Polizeihauptkommissarin den Sprung in die Eliteklasse schafft.

Das höhere Tempo bereitet Steinhaus keine Sorgen. "Ich habe noch intensiver gearbeitet, eine Schippe draufgelegt", sagte die Blondine, die sich mit einem Fitness-Coach akribisch vorbereitet hat.

Den ersten "Härtetest" hat Steinhaus schon gemeistert. Im DFB-Pokalspiel zwischen Drittligist Chemnitzer FC und Bayern München Anfang August (0:5) öffnete Bayern-Star Franck Ribéry der Schiedsrichterin den Schnürsenkel, als er sich den Ball für einen Freistoß zurechtlegte. Ein Streich, den sie mit einem Lächeln und einem Klaps souverän quittierte: "Für mich hat es sich wie eine Willkommensgeste angefühlt. Ich hatte nicht das Gefühl, dass er das mit einem Hintergedanken gemacht hat."