Interview mit Tourismus-Minister der Region Emilia Romagna

Sommerurlaub 2020: So bereitet Italien die Rückkehr zum Tourismus vor

Sonnen hinter Plexiglas? Italien will Strandsaison retten
Sonnen hinter Plexiglas? Italien will Strandsaison retten
© dpa, Matthias Schrader, ms_sv_emi alf

30. April 2020 - 13:59 Uhr

Plan zurück in den Tourismus

Wenn die Umstände nicht so schlimm wären, würde man die leeren Strände der beliebten italienischen Urlaubsregion Emilia-Romagna einfach nur als idyllisch bezeichnen, weil sie so unberührt erscheinen. Doch dahinter steckt ein Tourismus-Tief, ausgelöst durch die Coronavirus-Pandemie. Auch die Region um Rimini, die bei deutschen Urlaubern beliebt ist, wird von Covid-19 bestimmt.

Der Tourismus-Minister der Region Emilia Romagna, Andrea Corsini, erklärt, wie der Plan zurück zum Tourismus aussehen soll.

+++ Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus finden Sie jederzeit in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

Norditalien schwer von Corona betroffen

Die italienische Region Emilia-Romagna ist eine der schwer betroffenen Regionen Norditaliens. Alleine in diesem Landstrich wurden rund 25.000 Infizierte und circa 3.400 Tote gezählt.

Vorsommerlich warm war es hier schon, der Himmel ist blau, aber der Tourismus, diese so hohe Gut in der italienischen Gesellschaft, ruht und leidet. Und die Einheimischen halten sich wacker dran, betreten nicht die vereinsamten, so herrlichen Strände. Der Außenstehende bekommt den Eindruck, der feine Sand und die Wellen des adriatischen Meers warten ungeduldig auf die Badesaison 2020. Wann genau die Urlaubssaion in Italien allerdings starten könnte, ist noch ungewiss.

Die deutsche Bundesregierung hat die Reisewarnung gerade erst bis zum 14. Mai verlängert.

Wie ist die Aussicht für den Tourismus?

"Wir erarbeiten einen Plan, der überwiegend ab der ersten Hälfte des Sommers ausgerichtet wird – zunächst für die italienischen Touristen, da die Grenzen noch geschlossen sind", erklärt Andrea Corsini im Interview.

"Schritt für Schritt hoffen wir dann, dass wir wohl eher ab September auch wieder die deutschen, österreichischen und Schweizer Touristen begrüßen dürfen, die traditionsgemäß unsere treuesten Gäste sind. Normalerweise besuchen sie unsere Gegend vor allem in den Monaten April, Mai, Juni, aber auch September und Oktober. Da wir jetzt durch das Virus den Frühling "verlieren", hoffen wir, dass der italienische Sommer mit den Monaten September und Oktober auch für die deutschen Touristen wieder offen ist, so dass ihr auch Eure Herbstferien bei uns verbringen könnt.

Kurz: Wir fangen mit den Italienern an. Wenn auf europäischer Ebene eine Entscheidung in Sachen Grenzen-Öffnung getroffen ist, dann werden wir bereit sein, auch unsere deutschen Freunde mit offenen Armen wieder zu empfangen. Hoffentlich passiert das so schnell wie möglich, hoffentlich schon im Sommer…."

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Wie ist die aktuelle Lage in der Region?

"Die Situation hat sich bei uns verbessert. Aber wir müssen noch sehr, sehr vorsichtig sein. Das Virus haben wir geschwächt, aber noch lange nicht besiegt. Daher können wir nur langsam das soziale Leben, die Kontakte wieder in Angriff nehmen und die wirtschaftlichen Tätigkeiten beginnen lassen. Wir müssen das mit großer Achtsamkeit angehen. Alle Sicherheitsmaßnahmen, die vom Gesundheitswesen vorgegeben werden, sind genau zu befolgen. Aber die Umstände bessern sich langsam. Die Zahl der heute Infizierten steigt, aber viel langsamer als in den Vortagen. Glücklicherweise entspannt sich auch die Krankenhaussituation weiter und die Anzahl der Genesenen sinkt auch immer mehr."

TVNOW-Doku: Was wir aus der Krise lernen

Welche Lehren können wir aus der bisher größten Krise der Nachkriegszeit ziehen? Wir haben mit Experten gesprochen. War der Staat zu inkonsequent? Wurden die Schulen zu schnell geschlossen? Was tun gegen den Hamsterchaos? Und was ist der tatsächliche Grund, dass tausende Urlauber auf der ganzen Welt gestrandet sind? Sehen Sie hierzu die TVNOW-Doku: "Was wir aus der Krise lernen".