Solosegler Herrmann nach Reparatur an Bord wieder im Rennen

Boris Herrmann, Segler, spricht auf einer Pressekonferenz. Foto: Georg Wendt/dpa/Archivbild
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12. Juli 2020 - 13:12 Uhr

Solosegler Boris Herrmann hat sich nach einer Reparatur auf See in der Spitzengruppe des Nordatlantik-Rennens zurückgemeldet. Am Sonntagvormittag lag der Hamburger mit der phasenweise höchsten Bootsgeschwindigkeit im Feld auf Platz sechs unter den beteiligten 17 Imoca-Yachten. Drei Konkurrenten der ursprünglich 20 gestarteten Boote sind ausgeschieden.

Hinter dem 39-Jährigen, der vor vier Wochen Vater geworden ist, liegt ein Wechselbad der Gefühle: Am Freitag hatte er die Flotte angeführt. Am Samstag war sein Großsegel nach Materialbruch zusammengefallen. Die Regatta schien für den Skipper der "Seaexplorer - Yacht Club de Monaco" gelaufen.

Dann aber gelang ihm die Reparatur auf See. Inzwischen steht das Großsegel wieder. "Es ist noch alles möglich", sagte Herrmann der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. Noch hat er bis zum bretonischen Zielhafen Les Sables d'Olonne rund 850 Seemeilen (1575 Kilometer) zu bewältigen. Dort werden die Boote zur Wochenmitte erwartet.

Die Flotte wurde am Vormittag des neunten Renntages vom Franzosen Charlie Dalin auf "Apivia" angeführt. Die Langstrecke Vendée-Arctique-Les Sables d'Olonne ist die Generalprobe für die Einhand-Nonstop-Weltumseglung Vendée Globe ab 8. November, an der Herrmann als erster Deutscher teilnehmen will. Seinem technischen Beinahe-K.o. konnte der Hamburger auch Positives abgewinnen: "Ich bin froh, dass es jetzt passiert ist. Es wäre mein schlimmster Alptraum, wenn das in der Vendée passieren würde."

Quelle: DPA