Ergebnis einer Befragung zur Corona-Krise

"Die vielfach beschworene Solidarität hat sich ziemlich schnell aufgelöst"

Die Pflicht, beim Einkaufen und im ÖPNV eine Maske zu tragen, gehört zu einer der Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus.
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01. Juni 2020 - 10:08 Uhr

Trotz Corona: Menschen seien an erster Stelle an ihrem eigenen Wohl interessiert

Während der Corona-Krise wird vor allem ein Wort großgeschrieben: Solidarität - eigentlich. Zu dem Ergebnis ist laut der "Süddeutschen Zeitung" eine Befragung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg gekommen. Die Menschen seien an erster Stelle an ihrem eigenen Wohl und nicht an dem ihrer Mitmenschen interessiert.

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Jungen Leuten werden vor allem die wirtschaftlichen Einbußen bewusst

Studienleiter und Wirtschaftswissenschaftler Matthias Fifka erläutert: "Bei vielen Menschen zeigt sich die Einstellung, jeder ist sich selbst der Nächste. Die vielfach beschworene Solidarität hat sich ziemlich schnell aufgelöst." Am wichtigsten sei den Bürgern, dass die Maßnahmen sie selbst so wenig wie möglich einschränken. Während für ältere Menschen ihre körperliche Gesundheit im Mittelpunkt steht, setzen junge Leute andere Prioritäten: "Ihnen ist nach zwei Monaten der Krise bewusst geworden, was die Maßnahmen wirtschaftlich für sie bedeuten."

Die Studienergebnisse im Überblick

Dargestellt wird der Anteil der Befragten der jeweiligen Altersgruppe, der der Aussage "eher" oder "vollkommen" zustimmt.

Es liegt in der Verantwortung des Staates, die Menschen so gut wie möglich zu schützen.

  • 16-29 Jahre: 69%
  • 30-44 Jahre: 68%
  • 45-59 Jahre: 79%
  • 60-75 Jahre: 78%

Dem Schutz des Lebens sind alle anderen Werte unterzuordnen.

  • 16-29 Jahre: 57%
  • 30-44 Jahre: 63%
  • 45-59 Jahre: 75%
  • 60-75 Jahre: 79%

Es ist vertretbar, öffentliche Einrichtungen zum Schutz der Gesundheit zu schließen.

  • 16-29 Jahre: 57%
  • 30-44 Jahre: 58%
  • 45-59 Jahre: 65%
  • 60-75 Jahre: 72%

Vertretbar sind Maßnahmen, die die Freiheit aller massiv einschränken.

  • 16-29 Jahre: 45&
  • 30-44 Jahre: 48%
  • 45-59 Jahre: 52%
  • 60-75 Jahre: 61%

TVNOW-Doku Folge 3: Was wir aus der Krise lernen

In der dritten Folge der TVNOW-Doku zum Coronavirus geht es um die Frage: Welche Lehren können wir aus der bisher größten Krise der Nachkriegszeit ziehen? Wir haben mit Experten gesprochen. War der Staat zu inkonsequent? Wurden die Schulen zu schnell geschlossen? Was tun gegen das Hamsterchaos? Und was ist der tatsächliche Grund, dass tausende Urlauber auf der ganzen Welt gestrandet sind?