Das ändert sich im neuen Jahr in Sachen Finanzen

Deshalb wird 2021 DAS Spar-Jahr für Arbeitnehmer

09. Dezember 2020 - 11:35 Uhr

2021 bleibt vielen Arbeitnehmern mehr Geld

Ein Ausblick auf 2021, der positiv stimmt: Im nächsten Jahr bleibt vielen Arbeitnehmern deutlich mehr Geld in der Tasche. Für fast alle fällt die Zahlung des Solidaritätszuschlags weg, gleichzeitig steigt der Grundfreibetrag an. Auch Geringverdiener und Eltern können sich über mehr Geld freuen. Wir haben zusammengefasst, wo Arbeitnehmer und Steuerzahler im neuen Jahr sparen können.

Soli-Zahlung fällt weg

Für fast alle Bürger fällt die Zahlung des Solidaritätszuschlags weg. Bis zu 90 Prozent der Arbeitnehmer werden davon profitieren, erklärt Hermann-Josef Tenhagen von Finanztip. "Bei Singles mit ungefähr 40.000 Euro Einkommen sind es 400 bis 450 Euro weniger, die an Steuern gezahlt werden müssen", rechnet er vor. Singles, die mehr als 62.000 Euro im Jahr verdienen, zahlen künftig einen reduzierten Soli. Nur ganz Reiche müssen weiterhin den vollen Betrag zahlen.

Grundfreibetrag steigt an

Egal, wie viel am Monatsende auf dem Konto ist: Vom Anstieg des Grundfreibetrags im kommenden Jahr profitieren alle Arbeitnehmer. Der liegt ab 2021 bei über 9.700 Euro – so viel vom zu versteuernden Einkommen bleibt dann für jeden steuerfrei. Je nachdem, wie viel man verdient, können dabei im Jahr zwischen 50 und 150 Euro Ersparnis herauskommen.

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Mehr Kindergeld

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Eltern können sich 2021 über mehr Kindergeld freuen.
© imago/Westend61, imago stock&people

Eltern können sich 2021 auf mehr Kindergeld freuen: Das steigt um 15 Euro pro Monat, für das erste und zweite Kind werden dann künftig 219 Euro gezahlt, für das dritte Kind 225 Euro und ab dem vierten Kind 250 Euro. Auch die Kinderfreibeträge, die Eltern alternativ zum Kindergeld bekommen können, steigen.

Wann diese sich mehr lohnen als Kindergeld und was Eltern nun unbedingt beachten müssen, zeigen wir im Video. Dort sehen Sie auch, wie Familien, die eine Immobilie bauen oder kaufen wollen, zusätzlich noch staatliche Förderungen erhalten können.

Mehr Geld für Alleinerziehende

Ziehen Mütter oder Väter ihre Kinder alleine groß, profitieren sie auch im kommenden Jahr von einem höheren Steuerfreibetrag. Statt 1.908 Euro beträgt dieser künftig 4.008 Euro im Jahr. Darauf macht der Bund der Steuerzahler aufmerksam. Den Freibetrag gibt es, wenn ein Elternteil mit mindestens einem Kind zusammenlebt, für das ein Kindergeldanspruch besteht - und wenn keine Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen erwachsenen Person besteht.

Alleinerziehenden mit mehreren Kindern steht ein zusätzlicher Freibetrag von 240 Euro pro Kind zu. Dieser Freibetrag wird nur auf Antrag berücksichtigt.

Höhere Unterhaltskosten absetzbar

Unterhaltskosten für eine unterhaltsberechtigte Person können als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend gemacht werden. Für das Jahr 2021 sind laut Steuerzahlerbund maximal 9.744 Euro zuzüglich Kranken- und Pflegeversicherung abziehbar.

Mindestlohn steigt

Auch für Arbeitnehmer in den unteren Lohnschichten bietet das neue Jahr gute Aussichten: Zum 1. Januar 2021 steigt der Mindestlohn auf 9,50 Euro pro Stunde, am 1. Juli wird er noch einmal leicht auf 9,60 Euro erhöht. Wer einen 450-Euro-Job hat, muss künftig aber aufpassen, dass er diese Grenze mit der Lohnerhöhung nicht überschreitet. Welche Löhne im kommenden Jahr außerdem steigen, zeigen wir im Video.

Höhere Pendlerpauschale

Auch Pendler sollen künftig mehr Geld bekommen: Mit dem neuen Jahr steigt die Pendlerpauschale auf 35 Cent. Dies gilt allerdings erst ab dem 21. Kilometer. Wer täglich rund 43 Kilometer zur Arbeit fährt und mit der neuen Pauschale mehr absetzen kann, spart im Jahr künftig rund 100 Euro.

Altersvorsorgeaufwendungen besser absetzbar

Aufwendungen für das Alter können ab dem 1. Januar steuerlich besser abgesetzt werden. Dazu gehören zum Beispiel die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung oder zu den berufsständischen Versorgungswerken, erklärt der Bund der Steuerzahler. Für die Berücksichtigung der Sonderausgaben gilt 2021 ein Höchstbetrag von 25.787 Euro (2020: 25.046 Euro).

Maximal können davon im kommenden Jahr 92 Prozent abgesetzt werden. Das heißt: Alleinstehende können 23.724 Euro und Ehepaare oder eingetragene Lebenspartner 47.448 Euro steuerlich geltend machen.

Was wird 2021 teurer?

ARCHIV - 26.09.2014, Bayern, Kaufbeuren: ILLUSTRATION - Ein deutscher Personalausweis ragt aus einer Geldbörse. (zu "Kabinett will höhere Kosten für Personalausweis beschließen") Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Ab 2021 müssen wir für den Personalausweis mehr bezahlen.
© dpa, Karl-Josef Hildenbrand, kjh mov gfh jol bwe mut

Ab 2021 kostet der Personalausweis 37 Euro statt wie vorher knapp 29 – er wird also um fast ein Drittel teurer.

Außerdem gilt ab 1. Januar wieder der Mehrwertsteuersatz aus Vor-Corona Zeiten. Auf Konsumgüter, Lebensmittel und Co. müssen wir dann wieder 16 Prozent Mehrwertsteuer zahlen.

Wer künftig Produkte aus Großbritannien online shoppt, muss sich auch hier auf höhere Kosten einstellen: Nach dem Brexit können ab Januar Steuern und Zölle anfallen. Voraussichtlich ab Oktober braucht man zudem einen Reisepass, um auf die britische Insel zu kommen – der Personalausweis reicht dann nicht mehr aus.