Erstmals kommt über 10 Prozent des Stroms in der EU von der Sonne

Solarstrom erreicht in Europa neuen Spitzenwert

Nie zuvor produzierte die EU so viel Solarstrom wie im Juni und Juli.
Nie zuvor produzierte die EU so viel Solarstrom wie im Juni und Juli.
© dpa, Karl-Josef Hildenbrand

18. August 2021 - 14:56 Uhr

Deutschland und die Niederlande sind ganz vorne

Wenn wir die Erderwärmung eindämmen wollen, dann müssen wir unbedingt mehr erneuerbaren Strom herstellen. Durch die Verbrennung von Kohle und Gas heizen wir die Atmosphäre immer weiter auf – mit den uns bekannten Folgen: Dürren, Hitzewellen, aber auch Extremwetter wie die Flutkatastrophe im Westen Deutschlands. Nun gibt es aber gute Nachrichten: Nie zuvor wurde in der EU so viel Solarstrom produziert wie in diesem Sommer.

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Acht EU-Staaten erzielen Rekordquote mit Solarstrom

Der Londoner Think Tank "Ember" hat ausgerechnet, dass im Juni und Juli in der EU erstmals mehr als 10 Prozent der Stromerzeugung aus Solarenergie gewonnen wurden. Im gleichen Zeitraum des Jahres 2018 waren es 28 Terrawattstunden (TWh), nun wurden mit der Kraft der Sonne 39 TWh erzeugt.

Deutschland geht gemeinsam mit den Niederlanden voran und erzielte mit 17 Prozent Anteil an der Stromerzeugung einen Rekordwert. Auch viele andere Länder produzierten so viel Sonnenstrom wie nie: Spanien (16%), Ungarn (12 %), Estland (10 %), Litauen (8 %), Portugal (6 %) und Polen (5 %) erreichten neue Spitzenwerte.

Ungarn vervierfachte seinen Sonnenanteil am Strom sogar innerhalb der vergangenen drei Jahre und erzeugte erstmals mehr Strom aus der Sonne als aus Kohle. Auch das klassische Kohle-Land Polen geht nun einen immer grüneren Weg.

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Solarstrom mittlerweile günstiger als Kohleverbrennung

Die Analyse zeige laut Ember auch, dass sich das jährliche Wachstum der Solarstromerzeugung verdoppeln muss, um die EU-Emissionsziele für 2030 zu erreichen. Immer noch werde im Sommer mehr Strom aus Kohle als aus Solar gewonnen.

Doch der Kohle wird wohl bald der Strom ausgehen, denn sie ist einfach nicht mehr rentabel: Strom aus neuen Solar-Paneelen ist mittlerweile nur noch halb so teuer wie die Verbrennung von Kohle. Damit ist eines der Hauptargumente der Kohlefreunde hinfällig, nämlich dass Kohle ein billiger Energieträger sei. Das ist nicht mehr so.

Charles Moore, der Vorsitzende von "Ember" in Europa, analysiert die Studie: "Europa hatte einen Rekordsommer in Sachen Solarstrom, aber es gibt noch großes Potenzial nach oben. Die Preise für Solarstrom sind im letzten Jahrzehnt stark gefallen, wir sehen erste Anzeichen einer Solar-Revolution in Spanien, den Niederlanden, Ungarn und sogar im Kohle-Land Polen. Es ist aber noch ein weiter Weg bis die Kohle verdrängt wird. Die Wetterextreme in ganz Europa haben die Politik alarmiert und sie muss ihre Klimaziele nun endlich umsetzen mit einem Investment in Solar-Energie."

Eine Solaranlage mit flach auf dem Boden montierten Photovoltaik-Elementen liegt im Abendlicht.
Eine Solarkraftanlage in Niedersachsen. Mittlerweile ist Kohlestrom doppelt so teuer wie Solarstrom.
© dpa, Ingo Wagner, iwa wok cul kde

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(osc)