Sohn stirbt durch Zugunglück – Mutter muss für den Schaden aufkommen

Gunnar war auf dem Weg nach Hause

Gunnar (15) ist mit seinem Zwillingsbruder auf dem Weg von der Schule nach Hause, als er abgelenkt auf den unbeschrankten Bahnübergang fährt. Er bemerkt den herannahenden Zug nicht und wird von ihm erfasst. Jetzt – fast ein Jahr später – meldet sich die NordWestBahn bei seiner Mutter Birgit Potschka. Sie soll für den entstandenen Schaden zahlen.

"Da an dem Zug der NWB ein nicht unerheblicher Schaden entstanden ist, bitten wir Sie, uns die Daten ihrer Privathaftpflichtversicherung mitzuteilen", heißt es in dem Schreiben des Verkehrsunternehmens. Es sind Ansprüche, die das Unternehmen stellen darf.

Doch dass dies das erste ist, was die 51-Jährige von der NordWestBahn hört, enttäuscht sie sehr. "Da frage ich mich, in welcher Welt wir eigentlich leben", sagt Birgit Potschka im Interview. Noch dazu gebe es auch eine andere Lösung zur Begleichung des Schadens, weiß Arndt Kempgens, Anwalt für Verkehrsrecht. Der Schaden könne auch als Betriebskosten verbucht werden. Birgit Potschka gehe es nicht ums Geld. Im emotionalen Interview, erklärt sie ihr Anliegen.