Social-Freezing-Trend erreicht Deutschland: Zeitpolster auf Eis birgt Risiken

08. April 2015 - 19:28 Uhr

Viele finden Social Freezing in Ordnung

Kind oder Karriere? Beides gleichzeitig ist für viele Frauen schwer zu managen. Da scheint das sogenannte Social Freezing eine gute Lösung zu sein. Immer mehr Frauen, auch in Deutschland, lassen in jungen Jahren Eizellen einfrieren, um das Kinderkriegen nach Wunsch zu verschieben. Klingt nach Freiheit, aber: Das Zeitpolster auf Eis birgt Risiken.

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Immer mehr Frauen lassen in jungen Jahren Eizellen einfrieren, um später schwanger zu werden.
© dpa, Maurizio Gambarini

So einfach sich Social Freezing auch anhört, gibt es berechtigte Kritik: Frauen müssen sich Hormone spritzen, bevor dann die Eizellen entnommen werden. Das Ganze kostet 2.500 Euro aufwärts. Hinzu kommt die monatliche Einlagerungsgebühr von rund 300 Euro. Strittig ist auch, ob das Kühlmittel die Eizellen schädigen könnte.

Keine Garantie für Schwangerschaft

Auch es gibt keine Garantie, dass die Frau später wirklich schwanger wird – pro Eizelle liegt die Chance bei acht Prozent. Reproduktionsmediziner Dr. Johannes Luckhaus sagt: "Keine Frau sollte ihre Lebensplanung darauf aufbauen." Zudem müssten sich Frauen relativ früh zur Ei-Entnahme entscheiden – je eher, desto besser, erklärt Gynäkologe Dr. Jörg Puchta: "Das ideale Alter ist zwischen 20 und 30."

Laut einer RTL-Forsa-Umfrage halten 44 Prozent der Deutschen Social Freezing für einen nachvollziehbaren Schritt. 50 Prozent finden die Methode dagegen nicht in Ordnung. Bei den Jüngeren ist die Zustimmung mit 64 Prozent deutlich größer als bei den Über-60-Jährigen.