Kein großes Handgepäck mit in die Kabine nehmen

So will Eurowings Flug-Chaos vermeiden: Auch die Passagiere können helfen

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15. Februar 2019 - 15:27 Uhr

Von Ralf Benkö

Im kommenden Sommer könnte es ähnliche Schwierigkeiten mit Verspätungen und Ausfällen bei Urlaubsflügen geben wie im vergangenen Jahr. Das fürchtet Eurowings und ergreift deshalb verschiedenste Maßnahmen, um dies zu verhindern. Eine davon ist ein Appell an die Fluggäste, auf großes Handgepäck in der Kabine möglichst zu verzichten. 

Eurowings sagt Verspätungen den Kampf an

Denn je mehr Urlauber beim Boarding sperrige Trolleys durch die Kabine bugsieren, desto eher verpasst der Flieger seine geplante Abflugzeit, und das kann dann möglicherweise stundenlanges Warten bedeuten. Spart jeder Passagier auch nur ein paar Sekunden beim Einsteigevorgang ein, könnte das bei 180 Menschen an Bord eben schnell fünf oder zehn Minuten Zeitvorteil bringen, der möglicherweise entscheidend ist. 

Deshalb wird das Bodenpersonal künftig genauer darauf achten, dass nicht zu viele, große Handgepäckstücke an Bord gebracht werden. Die Mitarbeiter bieten dann schon  vor dem Gate an, diese als Aufgabegepäck kostenfrei im Frachtraum mitzunehmen. 

Fluggäste sollen bei Verspätungen schneller informiert werden

Ferienreporter Ralf Benkö hilft auf Sardinien.
RTL-Luftfahrtexperte Ralf Benkö erklärt die Eurowings-Pläne gegen Verspätungen

Eine weitere Bitte der Airline lautet: Passagiere sollten möglichst Handynummer und Mailadresse angeben und die Airline-App nutzen, damit sie bei Verspätungen und Flugausfällen noch schneller informiert werden können.

Ein sogenannter Umbuchungsroboter soll zudem bei Flugausfällen langes Schlange stehen überflüssig machen, um an einem Flughafen-Schalter Ersatzflugtickets zu bekommen. Das geschehe dann automatisch. Zusätzlich baut Eurowings zeitliche Puffer in den Flugplan ein, um Verspätungswellen abzufangen. 

Es kommt auf jede Minute an

Insgesamt kostet dieses Maßnahmenpaket die Airline 50 Millionen Euro. Und so sollen eben auch die Passagiere ihren Teil dazu beitragen, durch weniger Handgepäck. Staus am Himmel werden alleine durch Personalengpässe der Flugsicherung voraussichtlich kaum zu vermeiden sein. Deshalb kommt es laut Eurowings manchmal eben auf jede eingesparte Minute an.

Und auch Ryanair versucht, größeres Handgepäck an Bord zu vermeiden, indem man es dort gleich extra bezahlen muss.