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So viel mehr Geld erhalten 1,3 Millionen Ruheständler durch die Grundrente ab 2021

Im Bundeskabinett beschlossen

Grundrente: 1,3 Millionen Rentner bekommen bald mehr Geld

Grundrente soll ab Januar 2021 ausgezahlt werden

Ellen Laupichler (Video) hat Jahrzehnte als Friseurin gearbeitet und drei Kinder großgezogen. Dennoch kassiert sie gerade einmal 609 Euro Rente im Monat. So wie Ellen Laupichler geht es vielen Rentnern in Deutschland. Sie sollen in Zukunft sollen aber mehr Geld bekommen. Das hat das Bundeskabinett beschlossen. Die Grundrente soll ab dem 1. Januar 2021 ausgezahlt werden. Wer davon profitiert und warum es Kritik gibt. Eine Übersicht.

Wer soll von der Grundrente profitieren?

  • Menschen mit Minirenten, die mindestens 33 Jahre in die Rentenkassen eingezahlt haben. Angerechnet werden dabei nicht nur Arbeit, sondern auch Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen.
  • Den vollen Aufschlag erhalten diejenigen, deren monatliches Einkommen als Rentner bei maximal 1.250 Euro (Alleinstehende) und 1.950 Euro (Eheleute oder Lebenspartner) liegt.
  • Frauen erhalten häufiger eine niedrigere Rente als Männer. Deshalb profitieren sie besonders von dem neuen Gesetzesvorhaben. 70 Prozent der künftigen Grundrentenempfänger sollen Frauen sein.

Wie viel Geld soll es mehr geben?

Das lässt sich pauschal nicht sagen: Es hängt davon ab, wie viele Jahre in die Rentenkasse einbezahlt wurde und wie hoch das Gehalt war. Außerdem spielt es eine Rolle, ob man im Osten oder Westen gearbeitet hat.

Ein Beispiel: Eine Verkäuferin in Dresden, die 39 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt hat und dabei 60 Prozent des durchschnittlichen Lohns in Deutschland verdient hat, würde grundsätzlich 746 Euro Rente erhalten. Dank der Grundrente würde sie einen Zuschlag von 195 Euro erhalten. Und käme auf eine Rente von 941 Euro.

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Das sagen Kritiker der Grundrente

Kritik kommt von Arbeitgebern und Gewerkschaften und arbeitgebernahen Instituten:

  • Die Grundrente würde für gravierende Ungerechtigkeiten sorgen und keinen zielgenauen Beitrag gegen Altersarmut leisten, kritisierte der Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer.
  • Annelie Buntenbach, Vorstandsmitglied im Deutschen Gewerkschaftsbund, beklagt, dass das Verfahren zur Berechnung höchstkompliziert sei und viel weniger Menschen profitieren als ursprünglich geplant.
  • "Die besonders bedürftigen Personen, nämlich jene mit weniger als 33 Beitragsjahren oder langen Zeiten an Arbeitslosigkeit, haben weiterhin keinen Anspruch auf Grundrente", kritisiert Joachim Ragnitz vom Ifo-Institut.

Ist das Gesetz schon beschlossen?

Der Gesetzesentwurf hat durch den Kabinettsbeschluss eine wichtige Hürde genommen. Er wird in den kommenden Wochen dem Bundestag zur Abstimmung vorgelegt. Erst dann ist die letzte Hürde genommen und der Weg für die Grundrente wäre frei.

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