Mehr Anrufe über Mobilfunk und Internetdienste

So viel länger telefonieren wir seit Corona-Beginn

Gerade im Lockdown wollen die meisten Menschen zumindest per Telefon Kontakt halten
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10. Januar 2021 - 13:46 Uhr

Länge der Telefonate hat zugenommen

Das dürfte nicht groß überraschen: Die Corona-Krise hat dazu geführt, dass die Menschen deutlich länger telefoniert haben als zuvor. Jetzt wurde jedoch ermittelt, wie lang Telefonate über Mobilfunk und Festnetz seit Beginn der Pandemie im Schnitt tatsächlich dauern und wie stark in dieser Zeit auch die Internetnutzung gestiegen ist.

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Telefonate im Schnitt um ein Sechstel länger

Im vergangenen Jahr dauerte eine Mobilfunkverbindung laut Vodafone im Schnitt drei Minuten und 20 Sekunden und damit 35 Sekunden länger als 2019. In den Jahren davor war die Dauer der durchschnittlichen Handyanrufe noch in etwa konstant geblieben.

Beim Wettbewerber Telefónica (O2) gab es eine ähnliche Entwicklung, hier dauerte das durchschnittliche Mobilfunktelefonat im ersten Corona-Jahr drei Minuten und damit eine halbe Minute länger als 2019. Während der Corona-Lockdowns im Frühjahr und im Dezember vermeldete Telefónica sogar eine Gesprächsdauer von vier Minuten. Der dritte Mobilfunk-Netzbetreiber, die Deutsche Telekom, machte keine Angaben.

Mehr Anrufe über Mobilfunk, Skype und Whatsapp

Auch auf die Festnetznutzung wirkte sich die Pandemie-Zeit aus: Anrufe über diese Anschlüsse dauerten bei Vodafone im Jahr 2020 viereinhalb Minuten und damit 30 Sekunden länger als zuvor. Vodafone-Technikchef Gerhard Mack sagt mit Blick auf die Zahlen: "Die Menschen haben 2020 wieder häufiger und vor allem länger telefoniert, um den Kontakt zu Freunden zu halten und um sich auf diesem Wege mit Arbeitskollegen auszutauschen." Die Zahl der Mobilfunktelefonate stieg bei Vodafone um knapp eine Milliarde auf 28 Milliarden, die Zahl der Festnetzanrufe blieb mit gut drei Milliarden etwa gleich.

Hinzu kommen noch Gespräche über "VoIP"-Dienste (Voice over IP) wie Skype oder Whatsapp. Zahlen zu solchen Gesprächen gibt es zwar nicht. Klar ist aber, dass der Anstieg der Internet-Datenmassen teilweise auch an diesen Diensten liegt, Audio- oder Videogespräche über diese Internetdienste sind beliebt.

Dank Streaming: 30 Prozent mehr Internetdaten

Vodafone legte zudem Infos zur Internetnutzung in Deutschland auf den Tisch. Im Festnetz kam das Unternehmen 2020 auf elf Milliarden Gigabyte Daten. Das entspricht einem Plus von gut 30 Prozent. In den Vorjahren lag der Datenzuwachs nur bei jeweils etwa 20 Prozent - die Corona-Einschränkungen samt geschlossener Kinos und Kneipen führten also dazu, dass die Menschen mehr zu Hause waren und mehr online waren.

"Die meisten Daten rauschten abends durchs Netz, weil der gute alte Filme-Abend mit der Familie wieder in Mode kam und weil wir unsere Freunde häufiger im Videochat statt in der Kneipe oder bei uns zu Hause getroffen haben", sagt Vodafone-Manager Mack.


Quelle: DPA/ RTL.de