Bundesbank-Studie

So viel Bargeld horten die Deutschen zu Hause

27. Juli 2020 - 13:25 Uhr

Bargeld gilt Vielen als sicherer Hafen in turbulenten Zeiten

Die Deutschen lieben ihre Scheine und Münzen – trotz digitaler Bezahlsysteme. Nach einer Umfrage der Bundesbank haben sie im Schnitt 107 Euro im Geldbeutel, zugleich horten sie 1364 Euro Bargeld zu Hause oder in Bankschließfächern.

Diese Bevölkerungsgruppen bunkern besonders viel Cash

Ob sich das Verhalten der Menschen in der Corona-Krise geändert hat, geht aus der Umfrage aus dem Jahr 2018 zwar nicht hervor. Allerdings zeigen aktuelle Daten der Notenbank: Vor allem zu Beginn der Krise in Deutschland im März war nach die Nachfrage nach Scheinen und Münzen deutlich gestiegen. Auch in den folgenden Monaten gab es demnach leichte Zuwächse bei den Nettoemissionen von Bargeld.

Nach der im aktuellen Bundesbank-Monatsbericht veröffentlichten Studie war das gehortete Bargeld sehr ungleich in der Bevölkerung verteilt. Manche bewahrten kein Cash auf, andere sehr viel. "Ältere, Besserverdienende und Selbstständige hielten im Mittel die höchsten Beträge", heißt es in der Studie.

Darum bewahren die Deutschen Bargeld auf

Aus Sicht vieler Befragter sind die Niedrigzinsen (58 Prozent) ein Grund, warum Menschen Scheine und Münzen im größeren Stil aufbewahren. Bargeld ist zudem ein gängiges Zahlungsmittel (55 Prozent). Auf Rang drei folgt mangelndes Vertrauen in die Sicherheit und Belastbarkeit der technischen Infrastruktur, zum Beispiel Angst vor Hackerangriffen. Als weitere mögliche Motive gaben die Befragten, die Bargeld horten, "keine Gebühren" und "Anonymität" an.

Darüber hinaus nannten 12 Prozent als möglichen Grund "Vermögen vor dem Staat verstecken". Mehrfachnennungen waren möglich. "Aus der Befragung konnten keine konkreten Hinweise auf Steuerhinterziehung als Motiv der Bargeldaufbewahrung abgeleitet werden", heißt es in dem Monatsbericht.

Die Experten weisen darauf hin, dass die Befragten über aufbewahrte Beträge freiwillig Auskunft gaben und es in den Daten keine Korrelation zwischen der Höhe der Beträge und der Steuermoral gegeben habe. "Argumentationen, wonach die bisher unerklärten Bargeldhorte in Deutschland als Maß für den Umfang von Steuerhinterziehung und Kriminalität dienen könnten, sind deshalb kritisch zu sehen." Als Hortung definiert die Bundesbank eine Aufbewahrung von Bargeld über einen Zeitraum von zwei Wochen und mehr.


Quelle: DPA / RTL.de