So setzt sich der Strompreis zusammen

21. Oktober 2015 - 16:19 Uhr

So setzt sich der Strompreis zusammen

Strom kommt aus der Steckdose und wer viel Strom braucht muss dementsprechend dafür zahlen – so viel ist klar. Weniger offensichtlich ist hingegen, wer bei den Stromkosten mitkassiert. Immerhin machen die Kosten für die Energie nur knapp 30 Prozent des Preises aus. Wer bekommt den Rest?

Der größte Teil der Stromkosten fließt an den Staat: Über Steuern und Abgaben sichert sich dieser rund 41 Prozent des Strompreises. Das Geld wandert jedoch nur zum Teil in die Staatskasse. Da sind zum einen die klimapolitischen Abgaben. Dazu gehören die EEG-Umlage, die an Betreiber von Anlagen

auf der Basis erneuerbarer Energien weitergegeben wird, die KWK-Umlage, die Kraftwerke mit KWK-Anlagen fördert, und die Strom- oder Ökosteuer, die den Stromverbrauch direkt besteuert und dadurch zum Energiesparen anregen soll. Wie der gesamte private Verbrauch wird auch Strom mit der Mehrwertsteuer belastet, die mit 19 Prozent auf den Nettopreis aufgeschlagen wird. Darüber hinaus muss der Stromversorger als Gegenleistung für die Leitungsführung im öffentlichen Verkehrsraum Konzessionsabgaben zahlen.

Auch der zweite große Kostenblock mit einem Anteil von 31 Prozent deckt nicht die Kosten für den Strom selbst. Dabei handelt es sich um die Netznutzungskosten, die für den Transport des Stroms über das Fernleitungs- und Verteilernetz zum Endverbraucher erhoben werden. Netznutzer sind zwar die Stromanbieter, die Kosten werden jedoch an die Verbraucher weitergegeben. Die Netznutzungskosten standen in der Vergangenheit des Öfteren im Kreuzfeuer der Kritik, da sie vor allem kleineren Anbietern den Markteintritt erschweren. Die Situation in Deutschland wird dadurch verschärft, dass die großen Stromanbieter zugleich die Betreiber der Hochspannungsnetze sind. Auch die Preisregulierung durch die Bundesnetzagentur schafft hier nur wenig Abhilfe.

Schließlich decken 28 Prozent des Strompreises die Aufwendungen für die Energierzeugung und den Vertrieb ab. Darunter fallen zum einen Beschaffungs- und Produktionskosten sowie ein Gewinnaufschlag. Ablesung, Rechnungserstellung und Verwaltung sind ebenfalls enthalten, wie auch die Kosten für die ständige Lieferbereitschaft. Oftmals müssen die Erzeuger auch Strom zukaufen. Die Preise hierfür werden an den Großhandelsmärkten für Strom bestimmt.

Wie man sieht, haben Verbraucher nur wenig Einfluss auf die Strompreisgestaltung. Sie können nur insofern aktiv werden, als sie von Ihrem Recht, den Anbieter zu wechseln, Gebrauch machen. So können Stromkunden ein Zeichen setzen, dass sie Preiserhöhungen nicht widerspruchslos hinnehmen und sich durchaus darüber bewusst sind, dass es mehr als nur einen Anbieter gibt. Darüber hinaus kann man bei einem Stromanbieterwechsel durch Rabatte uns Sonderaktionen einen großen Teil seiner Stromkosten einsparen.