Boateng, Alaba und Co.

So plant der FC Bayern sein Personalpuzzle

FOOTBALL : Paris Saint Germain vs Bayern Munich - Finale - UEFA Ligue des Champions - 23/08/2020 LISBON, PORTUGAL - AUGU
FOOTBALL : Paris Saint Germain vs Bayern Munich - Finale - UEFA Ligue des Champions - 23/08/2020 LISBON, PORTUGAL - AUGU
© Panoramic / POOL / UEFA, Michael Regan - UEFA, CI / HAT

30. August 2020 - 10:55 Uhr

Trotz Triple stehen Veränderungen bevor

Viel Bedarf zur Veränderung gibt es beim Triple-Sieger FC Bayern München eigentlich nicht, trotzdem scheinen sich kurz vor dem Saisonbeginn immer mehr Personalien zu klären. Während bei zwei verdienten Spielern der Abschied immer näher rückt, dreht sich ein anderer plötzlich um 180 Grad.

Thiagos Abgang so gut wie sicher, Martínez außen vor

Eindeutig scheint die Sache bei Mittelfeldstratege Thiago. Für den Spanier sehe "es so aus, dass er uns verlassen möchte", erklärt Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge im Interview der "Welt am Sonntag": "Ihm war es wichtig, dass er gezeigt hat, dass er in den großen Spielen sehr wohl top spielen kann. Wenn es so kommt, ist es ein Abgang, der schon etwas schmerzt." Seit Wochen hält sich das hartnäckige Gerücht über einen Wechsel zum FC Liverpool. Weil der 29-Jährige noch einen bis Mitte 2021 gültigen Vertrag besitzt, muss der Verein von Jürgen Klopp folglich ein bisschen Geld in die Hand nehmen, um die Dienste des Dribblers für sich zu beanspruchen.

Bei Thiagos Landsmann Javi Martínez stehen die Zeichen ebenfalls auf Abschied. "Javi befasst sich damit, uns zu verlassen. Es wird für ihn auch schwierig jetzt", sagt Rummenigge. "Sein Vertrag gilt noch ein Jahr, und wir haben ihm zu verstehen gegeben, dass wir ihm keine Steine in den Weg legen." Der Spanier müsse entscheiden, wohin er gehen möchte. "Dann werden wir versuchen, eine faire Lösung zu finden." Im Raum steht für Martínez eine Rückkehr zu seinem Heimatclub Athletic Bilbao.

Kehrtwende bei Jérôme Boateng

In der Causa Jérôme Boateng könnte es dagegen zu einem kompletten Kurswechsel kommen. Rummenigge boniert jedenfalls die Leistung seines altgedienten Abwehrspielers: "Grundsätzlich gefällt mir seine Entwicklung. Unter Trainer Hansi Flick ist er absolut wieder ein FC-Bayern-Spieler geworden. Er hat einen wertvollen Beitrag zu unseren Titeln geleistet."

Vor allem bei Boateng selbst soll es einen Sinneswandel gegeben haben. Der Verteidiger will seinen auslaufenden Vertrag beim FC Bayern München nun überraschenderweise doch erfüllen. "Gespräche über meinen Vertrag hinaus gab es noch nicht. Für mich ist aber klar, dass ich gerne den Weg unter Hansi Flick weitergehen werde", sagte der 31 Jahre alte Fußballer der "Bild am Sonntag".

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Hauptprotagonist Alaba und der mysteriöse Rechtsverteidiger

In der wichtigsten, aktuell noch nicht geklärten Personalie will Rummenigge schleunigst Nägel mit Köpfen machen. Abwehrchef David Alaba soll unter allen Umständen gehalten werden: "Es wäre sehr schade, wenn wir zu keiner Einigung kommen würden. David ist zwölf Jahre bei uns und passt wie die Faust aufs Auge zum FC Bayern." Auch Alabas derzeitiger Vertrag läuft im nächsten Jahr aus. Zum Nulltarif wollen ihn die Bayern auf gar keinen Fall gehen lassen, doch die Worte Rummenigges verraten, dass selbst eine ordentliche Ablöse im Sommer als Schmerzensgeld nicht ausreicht.

Noch kein konkreter Kandidat ist für die Position des Rechtsverteidigers gefunden. "Das ist der Wunsch des Trainers. Er möchte einen Backup für Benjamin Pavard", sagte Rummenigge. Weil schnell klar wurde, dass Leihspieler Álvaro Odriozola nicht den Ansprüchen genügt, schwirren bereits seit Monaten Gerüchte über ein Pavard-Backup in der Luft um München.