Unsere Beziehungsexpertin gibt Tipps für Paare und Singles

So meistern Sie die Liebe in Zeiten von Corona

Corona stellt viele Beziehungen auf die Probe.
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26. März 2020 - 11:38 Uhr

Corona lässt Scheidungsrate in China explodieren

Corona und die damit verbundenen Ausgangsbeschränkungen lassen uns gerade sehr viel Zeit zu Hause verbringen. Paare, die sich sonst unter der Woche jobbedingt kaum gesehen haben, hocken nun wegen Homeoffice und Kinderbetreuung ungewohnte 24 Stunden aufeinander. Was für den einen die romantischste Vorstellung der Welt ist, ist für den anderen der wahrgewordene Liebeshorror!

In China spiegelt sich die Konsequenz der gezwungenen Zweisamkeit bereits in den Besuchszahlen auf den Standesämtern wieder. Schon jetzt sind alle Scheidungstermine für die kommenden Wochen restlos ausgebucht! Unsere Beziehungsexpertin Claudia Roberts aus Köln hat hilfreiche Tipps für Sie, damit Sie nicht nach der Krise vor dem Scheidungsanwalt stehen.

Verständnis aufbringen im Homeoffice

Oberstes Liebesgebot in diesen Zeiten ist Verständnis. Paare, die nun beide von zu Hause aus arbeiten müssen, sollten zunächst Einfühlungsvermögen für die Gesamtsituation haben. Die Situation lässt sich nicht ändern, also wäre es fatal, Launen am Partner auszulassen.

"Wechseln Sie sich ab mit der Kinderbetreuung oder dem Kochen zu Hause. Bringen Sie Struktur in den Tag, wenn Sie nichts zu tun haben. Machen Sie den Haushalt gemeinsam oder kochen Sie zusammen. Auch gegenseitiges Vorlesen kann sehr schön sein", rät unsere Beziehungsexpertin.

Und ganz wichtig: "Wenn es Ihnen möglich ist, arbeiten Sie in getrennten Räumen. Jeder Partner muss sich auch mal zurückziehen können, und wenn es das Bad ist", so Claudia Roberts. "Geduld haben und positiv bleiben. Familien können jetzt nochmal ganz neu lernen, was es heißt zusammenzuhalten und das klappt schon bei sehr vielen Paaren ganz gut", freut sich die Expertin.

Bei wem allerdings zu Hause gerade gar nichts klappt, der bleibt nicht ohne Hilfe. Paartherapeuten können online oder per Telefon um Liebesrat gefragt werden.

Singles können die Zeit gut nutzen

Wer vorher schon nicht gern allein war, steckt nun wahrhaftig im Worst-Case-Szenario. Liebe Singles da draußen, trotzdem nicht verzweifeln! Claudia Roberts ermutigt alle Alleinstehenden, dieser einsamen Zeit zu Hause auch etwas Gutes abzugewinnen. "Die Menschen sind unfreiwillig gezwungen, mal nur nach sich zu schauen und das kann sehr heilsam sein. Man kann sich hinterfragen, ob man nicht nach der Corona-Auszeit doch das ein oder andere verändern möchte."

Sozusagen gestärkt aus der Krise hervorgehen? "Lernen Sie was Neues, eine neue Sprache oder fangen Sie mit Tanzen an. Das geht auch wunderbar allein zu Hause und baut überschüssigen Frust und Druck ab", sagt die Beziehungsexpertin.

Partnersuche geht natürlich trotzdem

Und hier noch ein Trost für alle Liebessuchenden: Trotz Ausgangsbeschränkung und Kontaktverbot muss die Partnersuche nicht darunter leiden. Physische Dates und körperliches Näherkommen sind natürlich im Moment so gar nicht drin, doch das sollte trotzdem kein Hindernis bei der Partnersuche sein.

"Man kann den anderen ja auch per Telefon oder Skype kennenlernen. Telefonieren Sie einfach miteinander. Das geht wunderbar und man lernt sich genauso kennen! Wer es ganz klassisch möchte: Schreiben Sie sich doch wieder Briefe. So können Sie sich auch gegenseitig von Ihren Vorlieben und Macken erzählen und mehr über den anderen herausfinden!" rät unsere Beziehungsexpertin. Back to the Loveroots also! So 'ne Krise kann in manchen Dingen ja auch ganz spannend sein...