Bis zu sechsmal höhere Kosten für Abfallentsorgung

So krass sind die Unterschiede bei den Müllgebühren

© dpa, Jens Kalaene, jka fgj

5. Juni 2019 - 11:00 Uhr

Im Westen sind die Müllgebühren besonders hoch

Die Müllgebühren in Deutschland unterscheiden sich erheblich, in einigen Gemeinden müssen die Bürger sechsmal so viel zahlen - für die gleiche Menge Abfall. Das hat jetzt eine bundesweite Untersuchung ergeben. Vor allem im Westen müssen die Haushalte tief in die Tasche greifen.

So hoch sind die Kosten für die Abfallentsorgung

Der Eigentümerverband Haus und Grund ließ zum zweiten Mal die Entsorgungskosten für Restmüll, Biomüll, Sperrmüll und Altpapier in den 100 größten Städten vergleichen. Schon die erste Untersuchung vor drei Jahren hatte große Unterschiede ergeben. Geändert hat sich daran allerdings wenig.

Die jährlichen Gebühren unterscheiden sich zum Teil um mehr als 600 Euro. Am günstigsten ist es in Flensburg, Nürnberg und Magdeburg, am teuersten in Leverkusen, Moers und Bergisch Gladbach, wie ein Vergleich des Forschungsunternehmens IW Consult ergab.

  • Flensburg 123,31 Euro
  • Nürnberg 141,73 Euro
  • Magdeburg 147,44 Euro
  • Frankfurt 228,48 Euro
  • Stuttgart 237,52 Euro
  • München 242,96 Euro
  • Düsseldorf 288,94 Euro
  • Hamburg 298,08 Euro
  • Berlin 321,58 Euro
  • Hannover 325,02 euro
  • Bremen 325,17 Euro
  • Kassel 341,49 Euro
  • Dortmund 372, 91 Euro
  • Köln 382,92 Euro
  • Bergisch Gladbach 443,25 Euro
  • Moers 552,14 Euro
  • Leverkusen 770,79 Euro

60 Liter Restmüll je Haushalt und Woche

Berechnet wurde die Müllrechnung für zwei Erwachsene und zwei Kinder, die in einem Einfamilienhaus leben - eine übliche Vergleichsgröße, die jedoch in Großstädten nicht immer dem durchschnittlichen Haushaltstyp entspricht. Veranschlagt werden 60 Liter Restmüll je Haushalt und Woche. In Flensburg zahlt ein solcher Haushalt demnach gut 123 Euro pro Jahr für die Müllabfuhr, in Leverkusen dagegen knapp 771 Euro.

Kein realistisches Bild ergeben solche Vergleiche aus Sicht des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU). Er vertritt auch städtische Abfall- und Stadtreinigungsbetriebe. Zur Rechnung gehörten viele weitere Faktoren, darunter wie weit Müllwagen zu fahren haben, wie groß die Tonne ist und wie oft sie geleert wird, wie Wertstoffhöfe finanziert werden und ob Anlagen schon abgeschrieben sind.

IW Consult bezieht seine Daten hauptsächlich aus den Satzungen der Städte. Bei einem Großteil der Kommunen legten die Autoren zum Teil auch Schätzungen zugrunde, um einen Vergleich der unterschiedlichen Tarifgruppen zu ermöglichen.


Quelle: DPA / RTL.de