Sie lesen Sorgen und Nöte von den Augen ab

"Ihr seid nicht allein!" - so hilft die Initiative StoP Betroffenen von häuslicher Gewalt

28. Mai 2020 - 18:23 Uhr

Hinsehen statt Weggucken

Es kann ganz schön eng werden in einer Wohnung, auch emotional, wenn Menschen lange Zeit miteinander verbringen müssen. Gerade in der Coronakrise zeigt sich dieses Problem, aber es bestand natürlich auch schon vorher. Wenn die Anspannung steigt, entlädt sie sich häufig in körperlicher und psychischer Gewalt. Die Helfer des Projekts "StoP", kurz für Stadtteile ohne Partnergewalt, wollen das verhindern. Wir begleiten die Ehrenamtlichen bei ihrer Arbeit in Hamburger Hochhausvierteln. Wie hier Nachbarn ihren Nachbarn helfen, sehen Sie im Video.

Helfer in der Not

Die Ehrenamtlichen und Sozialarbeiter hören auf ihren Touren durch die Stadtteile immer wieder neue Geschichten, was Frauen, aber auch Männer in ihren Haushalten erleben. Das soll auch so sein, denn die Helfer wollen, dass über Gewalt in der Partnerschaft gesprochen und sich Hilfe geholt wird. Manchmal geht es zum Beispiel auch darum, dass sich Frauen von Männern verfolgt fühlen. Gerade dann wird die Hilfe gebraucht, erzählt Hatice Ahmet. In einem konkreten Fall habe sie eine Frau davor gewarnt, dass ein Mann, von dem sich die Betroffene bedrängt fühlte, vor der Tür stehe und schon überall geklingelt habe. "Es ist wichtig für die Betroffenen, dass sie wissen: Sie sind nicht alleine. Dass wir für sie da sind", sagt Hatice Ahmet. Der Vorteil: Die Ehrenamtlichen sind nicht weit weg, sondern wohnen selbst im Gebiet. Manchmal ist ein offenes Ohr nur eine Tür weiter.

Das Konzept StoP © wurde von Frau Professorin Dr.in Sabine Stövesand von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) entwickelt und ist seit 2010 in mehreren Stadtteilen in Hamburg und Dresden, sowie in Wien/Österreich erfolgreich implementiert worden. Die HAW finanziert das Projekt.

Hilfsangebot soll nicht zu übersehen sein

Wenn sich Betroffene nicht trauen, direkt mit den Ehrenamtlichen zu sprechen, dann müssen sie nur die Augen offen halten. Denn neben der Präsenz im eigenen Wohngebiet machen die Mitglieder des Projekts auch ganz offensichtlich auf ihre Hilfeleistung aufmerksam: Sie verteilen Flyer, hängen die Nummer vom Hilfetelefon an Bäume oder sprühen die Kontaktdaten sogar auf den Gehweg. Passanten sollen stehen bleiben, sich den Schriftzug durchlesen und sich daran erinnern, wenn sie feststellen, dass ihre Nachbarn Probleme haben könnten. So soll die Botschaft des Projekts weitergetragen und die Nachbarn für ihre Mitmenschen sensibilisiert werden.

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Dieser Beitrag ist Teil der Initiative #sicherheim der UFA, der Agentur Die Botschaft sowie der Bertelsmann Content Alliance, zu der auch die Mediengruppe RTL gehört. Gemeinsam mit der Schirmherrin der Kampagne Natalia Wörner und weiteren prominenten Unterstützern setzen wir ein Zeichen im Kampf gegen häusliche Gewalt an Frauen. Bitte helfen Sie Opfern häuslicher Gewalt.

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