Der richtige Unterschlupf im Garten für die stachligen Tiere

So helfen Sie Igeln über den Winter

© dpa, Karl-Josef Hildenbrand, hi_lf lif sja bwe rho

15. November 2019 - 16:24 Uhr

Im Garten haben es die Stacheltiere am besten

Die Temperaturen klettern gerade abwärts und die Tiere suchen sich Schutz für den Winter. Unser stachliger Freund, der Igel, sucht sich langsam sein Winterquartier für den Winterschlaf. Dabei können Sie den Igel unterstützen.

Die beste Hilfe ist ganz einfach

Die beste Igelhilfe ist ein naturnaher und artenreicher Garten mit heimischen Bäumen, Sträuchern und Stauden. Dort finden die Stacheltiere genügend Käfer, Regenwürmer, Schnecken und Spinnen. Schon eine verwilderte Ecke kann ausreichen, einen kleinen Lebensraum für Igel zu schaffen. "Vor allem Laub-, Reisig- und Holzhaufen bieten ihm willkommenen Unterschlupf", empfiehlt der Naturschutzbund Nabu.

Ausreichend Laub ist überlebenswichtig. Sehr gut bewährt hat sich die sogenannte Igelburg aus Holz, die mit etwas handwerklichem Geschick leicht selbst gebaut werden kann oder ein Iglo aus Laub und Ästen. An einer trockenen geschützten Stelle im Garten aufgestellt und mit trockenem Reisig und Laub überdeckt, bietet sie dem Igel ein wunderbares Winterquartier, und im Frühjahr können darin die Igelbabys das Licht der Welt erblicken.

Generell sollte bei der Gartenpflege aufgepasst werden, dass kein Unterschlupf beschädigt wird oder Chemie eingesetzt wird. Tabu sollten ebenso Laubbläser sein, sie können für die Igel gefährlich werden. Ebenso können Kellerschächte und Teiche Fallen für die stachligen Vierbeiner darstellen, diese also auch unbedingt absichern.

Beim Füttern beachten: Keine Milch für Igel

Igel sollen wirklich nur dann eingesammelt werden, wenn sie auch im Winter noch keinen passenden Unterschlupf gefunden haben oder verletzt sind. Sie sollten dann mit Trinkwasser und Rührei oder Katzenfeuchtfutter versorgt werden. Der eigene Keller ist auf jeden Fall der falsche Platz für Igel.

Es sollte möglichst bald ein Tierheim oder eine Igelstation aufgesucht werden. Auf keinen Fall sollten aber Speisereste, Gewürztes, Süßes oder Obst gefüttert werden, auch Milch vertragen Igel überhaupt nicht. Die Fütterung sollte eingestellt werden, wenn es friert oder schneit. Durch den Nahrungsmangel wird der Winterschlaf ausgelöst. Durch das Essen wird der Igel sonst künstlich wachgehalten. Normalerweise beginnt der Winterschlaf ab Mitte November bis in den März oder April. 

„Der Igel ist kein Haustier“

Experten warnen: "Der Igel ist kein Haustier und sollte im Herbst nicht zur Überwinterung ins Haus geholt werden". Auch kleinere Jungigel haben im Winter im Freiland wesentlich bessere Überlebenschancen als allgemein angenommen wird." Junge Igel können im Herbst bis zu 50 Gramm am Tag zunehmen. Da der Winterschlaf bei unseren milden Wintern relativ kurz ist, ist auch das Überwinterungsgewicht nicht von so großer Bedeutung.

Was kaum einer weiß: Der Igel gehört zu den geschützten Tierarten, die weder gefangen noch getötet werden dürften. Das Bundesnaturschutzgesetz beschränkt eine Entnahme auf absolute Ausnahmen: "Ausschließlich verletzte oder kranke Igel dürfen zeitweise aufgenommen werden, um sie gesund zu pflegen, hierbei ist in jedem Fall ein Tierarzt einzuschalten."