Wegen Corona-Pandemie

Heiraten in Coronazeiten – lässt die Krise Hochzeitsträume platzen?

20. März 2020 - 18:06 Uhr

Schwere Zeiten für Brautpaare

Der schönste Tag des Lebens ist oft über Jahre hinweg geplant, aber viele Paare müssen jetzt um ihre Hochzeit bangen. Wegen der Corona-Gefahr haben einige Städte Hochzeiten bereits ganz verboten, Kirchen und Standesämter sind geschlossen.

Am Standesamt Altona in Hamburg können Paare sich trotz Corona noch trauen– wie das aussieht, zeigen wir im Video.

Keine allgemeingültige Regelung

Ob Hochzeiten noch stattfinden dürfen oder vollständig absagt werden müssen, entscheidet jedes Bundesland selbst. In den meisten deutschen Städten sind Veranstaltungen aller Art inzwischen untersagt.

Köln zum Beispiel hat Hochzeiten und Traugottesdienste bis zum 10. April komplett verboten. In Hamburg sind öffentliche und nichtöffentliche Veranstaltungen zwar untersagt, Hochzeiten mit bis zu 100 Teilnehmer dürfen aber momentan noch stattfinden. Berlin lässt Veranstaltungen mit bis zu 50 Personen zu, wenn diese Namen, Anschrift und Telefonnummer hinterlassen.

Vorsichtsmaßnahmen statt Party

Paare, die sich in den kommenden Monaten das Ja-Wort geben wollen, sollten sich auf der Homepage oder beim Ordnungsamt ihrer Stadt erkundigen. Unabhängig von der offiziellen Erlaubnis stellt sich natürlich eine weitere Frage: Eine Hochzeit ohne Umarmungen, ohne Händeschütteln, ohne Körperkontakt – ist das noch eine richtige Hochzeit? Fest steht: Gewöhnlich sind Hochzeiten in Corona-Zeiten nicht. Die große Party fällt weg. Einige Standesämter lassen nur Braut und Bräutigam ins Traumzimmer, sogar die Familie muss draußen bleiben.

Nicht nur für die Paare ist das ungewöhnlich. Auch die Standesbeamten müssen Vorsichtsmaßnahmen beachten. "Wir werden den Kugelschreiber desinfizieren, wir werden die Arbeitsfläche nach jedem Paar einmal sauber machen, die Türklinken abwischen. Da achten wir schon drauf", erklärt die Standesbeamtin xxx.

Geplatzte Hochzeit – was passiert mit den Kosten?

Aus Angst vor einer Ausbreitung des Virus sagen viele Paare ihre Hochzeit lieber ab. Auch Prinzessin Beatrice von York musste die royale Hochzeit mit dem italienischen Millionär Edoardo Mapelli Mozzi wegen Coronavirus absagen.

In der Planung von dem ganz besonderen Tag steckt allerdings viel Zeit, Geld und Nerven. Blumen, Dekoration und Torte sind bestellt, eine Location gebucht, ein Fotograf engagiert. Dabei kommen gut und gerne Kosten zwischen 10.000 und 15.000 zustande.

Sagen Paare die Hochzeit selber ab, zum Beispiel aus Angst vor einer Ansteckung oder Verbreitung, dann tragen sie die Kosten meist selber. Einige Dienstleister bieten besondere Kulanzregelungen an. Die Seite corona.weddingrelations.de rät deshalb, sich bei den einzelnen Dienstleistern zu erkundigen.