Interview mit Landrat Stephan Pusch

So geht Heinsberg mit der Corona-Krise um

22. März 2020 - 14:50 Uhr

Im Landkreis Heinsberg gibt es viele Corona-Infizierte

Während Deutschland über Ausgangssperren diskutiert, um die Corona-Krise in den Griff zu bekommen, wissen die Menschen im Kreis Heinsberg schon, was es bedeutet, wenn das Virus vor der eigenen Haustür ausbricht. Der Kreis in Nordrhein-Westfalen an der Grenze zu den Niederlanden hat sich innerhalb der letzten Wochen zu einem regelrechten Corona-Hotspot entwickelt. RTL-Reporter Ulrich Klose hat Landrat Stephan Pusch zum Interview getroffen. Wie er und die Menschen in Heinsberg mit der Krise umgehen – in unserem Video.

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Landrat Pusch weiß, dass er jetzt auf keinen Fall krank werden darf

Pusch fürchtet im Moment vor allem eins: Dass er ausfallen könnte. Denn er weiß genau, wie wichtig es gerade ist, dass er weiter im Einsatz bleibt, um die Krise zu managen. Über Karneval hatte auch er leichte Erkältungssymptome, darum ließ auch er sich testen – bisher zum Glück immer negativ. "Abstand halten, Abstand halten, Abstand halten – das ist das Wichtigste", erklärt er im Interview.

967 Infizierte gebe es inzwischen im Landkreis, so Pusch – 15 Infizierte seien an dem Virus gestorben. Eine enorme Belastung für das Gesundheitssystem vor Ort. Auch vom Robert-Koch-Institut wurde der Landkreis zum "besonders betroffenen Gebiet" deklariert. Um die Versorgung der Kranken weiter gewährleisten zu können, hat Heinsberg die Hilfe der Bundeswehr angefordert.

Bundeswehr liefert medizinische Ausrüstung nach Heinsberg

Heute traf die erste Hilfslieferung ein. Die Soldaten brachten Kisten mit 3.000 Atemschutzmasken, 15.000 Mund- und Nasenschutzmasken sowie 8.000 Kittel nach Erkelenz, der größten Stadt im Landkreis. Auch zwei Beatmungsgeräte wurden zur Verfügung gestellt, um damit Menschenleben retten zu können. Von der Katastrophenschutzhalle des Kreises werden die Materialien nun an die Krankenhäuser in der Umgebung verteilt.

Landrat Pusch hofft nun, dass die Ausgangsbeschränkungen deutschlandweit einheitlich geregelt werden. Alles andere sei verwirrend für die Bürger. "Die Bevölkerung steht hier sehr eng zusammen und ich glaube, was den Schwächsten unserer Gesellschaft hilft, was uns allen hilft, wir hier von den Menschen akzeptiert", sagte er.