Dicke Beute in kurzer Zeit

So dreist gehen die Baumarkt-Einbrecher vor

14. August 2019 - 17:37 Uhr

Gut organisierte Verbrechen

Videoaufnahmen einer Überwachungskamera zeigen einen Einbrecher bei seiner Arbeit. Seelenruhig befördert er vier Rasenmäh-Roboter mit einer Schubkarre aus einem sächsischen Baumarkt. Besonders dreist: Die Geräte hatte er bereits zuvor während der Öffnungszeiten nach draußen in den Außenbereich geschafft, um sie dann nachts leichter stehlen zu können - die Aufnahmen der Überwachungskamera gibt's im Video.

Kleinkriminelle oder Baumarkt-Mafia?

Schaut man sich die Einbrüche in den Baumärkten genauer an, fällt auf, dass die Einbrecher stets gut vorbereitet waren. Im sächsischen Delitzsch beispielsweise hat der Einbrecher einen vier Meter hohen Stacheldrahtzaun überwunden und die 40 Kilo schweren Mäh-Roboter dann auch wieder mit nach draußen genommen.

Bei einem Baumarkt-Einbruch im 50 Kilometer entfernten Pegau hingegen haben die Täter blitzschnell gehandelt. Binnen weniger Minuten haben sie teure Werkzeuge aus einem Regal entwendet und sind vor Eintreffen der Sicherheitskräfte wieder geflohen. "Bei so einer Tat geht man davon aus, dass sie zielgerichtet geschehen ist", sagt der Leipziger Polizeisprecher Alexander Bertram. Die Polizei geht davon aus, dass hier mehrere Personen gehandelt und verschiedene Aufgaben übernommen haben.

Problem für die Baumärkte

"Berechnend" und "skrupellos" findet das Olaf Kuntze, der Leiter des Hellweg-Baumarktes in Delitzsch. "Der Ablauf war komplett geplant", sagt er. Der Mähroboter-Dieb sei zielstrebig auf sein Diebesgut zugesteuert, habe direkt die richtigen Gänge genommen. Laut Kuntze sei das dreist, der Dieb mache sich keinerlei Gedanken um die Arbeit anderer.

Für Reiner Löser, den Marktleiter des Pegauer Hagebau-Marktes war der Werkzeugklau in seinem Markt bereits der dritte Einbruch in vier Jahren. Er selbst vermutet einen illegalen Handelsring in Deutschland, der Hehlerware aus dem Baumarkt online anbietet. Immer wieder würden dieselben Maschienen aus seinem Markt geklaut. Laut Löser würden die Diebe ihre Ziele bereits vorher auskundschaften. "Das sind Täter, die haben die Sachen hier begutachtet im Baumarkt, die haben uns in die Augen geschaut. Die haben hier vielleicht auch schon Teile gekauft und dann planen die solche Schandtaten!"

Löser möchte sein Sicherheitskonzept jetzt überdenken. Ein Wachhund soll künftig seinen Markt überwachen.