"Smooth Panda": Bei dm gibt es jetzt Bambus-Klopapier – Guter Gedanke, falscher Ansatz?

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19. September 2018 - 8:44 Uhr

Auch kleine Maßnahmen helfen der Umwelt

Es gibt vieles, was jeder Einzelne von uns tun kann, um der Umwelt ein kleines bisschen zu helfen. Eine Möglichkeit, seinen Beitrag zu leisten: Beim alltäglichen Einkauf auf nachhaltige und plastikfreie Produkte zu setzen. Das Bambus-Klopapier "Smooth Panda" soll dabei helfen. Doch ist das Toilettenpapier wirklich so eine umweltfreundliche Wahl?

Umweltschützer sind skeptisch

Bei dm finden Sie neuerdings im Klopapierregal eine Alternative zu weißem Hygiene- oder klassischem Recycling-Papier. "Smooth Panda" ist zu 100 Prozent aus Bambusfasern hergestellt und laut Angaben der Hersteller "kuschelig weich, seidig sanft, ungebleicht, reißfest und besonders vegan". Die Verpackung ist aus Papier statt aus Plastik, wird von einem niedlichen Panda geziert und kostet 5,95 Euro. Doch Umweltschützer sind trotz dieser guten Ansätze skeptisch. Immerhin wird das Klopapier in China hergestellt – der Transport bis in unsere Läden ist also ein wahrer CO2-Emissions-Albtraum.

Riesige Unterstützung durch Crowdfunding

Wenn man die 222 Investoren fragt, die das Start-up "Smooth Panda" über Crowdfunding mit 275.000 Euro unterstützt haben, ist das Bambus-Toilettenpapier allerdings trotzdem das Produkt, auf das wir alle gewartet haben. Schließlich benutzt jeder von uns Klopapier – und nur die wenigsten möchten, dass dafür wertvolle Wälder abgeholzt werden, oder? Vor allem für das weiße Hygienepapier werden Frischfasern aus Zellstoff verwendet – das heißt, dass Bäume extra dafür gefällt werden müssen, ohne z. B. vorher für etwas anderes genutzt zu werden. Bis die für das Toilettenpapier gefällten Wälder nachwachsen, dauert es Jahre.

Bambus dagegen wächst wesentlich schneller nach und benötigt weniger Anbaufläche, da die Pflanze mehr Zellstoff als Holz enthält. "Smooth Panda" ist frei von Pestiziden, bei der Verarbeitung wird "nur das absolute Minimum an Chemikalien verwendet". Außerdem wird der Bambus schonend und ohne große Maschinen geerntet. Alles gute und richtige Gedanken für ein ressourcenschonendes Alltagsprodukt.

Ist normales Recyclingklopapier immer noch besser?

Dennoch: Der Transport aus China ist ein großes Problem. Das umweltbewusste Start-up ist sich dessen bewusst. "Unser Produktionsland ist nicht perfekt, aber macht Sinn", heißt es auf der Webseite. Mit einem Spendenbeitrag, der sich in seiner Höhe am tatsächlichen ökologischen Schaden orientiert, den der Transport verursacht, unterstützt die Firma Klimaschutzschutzprojekte, um die hohen CO2-Emissionen zu kompensieren.

Kritiker sind jedoch der Meinung, dass herkömmliches Recycling-Papier mit "FSC-Zertifikat" und dem "Blauer Engel"-Siegel (also aus nachhaltiger Forstwirtschaft) nach wie vor die bessere – und zudem auch noch günstigere – Alternative ist. Vielleicht brauchen die als "Ökoklopapier" geltenden Recycling-Rollen also einfach einen neuen, frischeren Marketingansatz, um es mit dem stylischen Bambus-Toilettenpapier aufzunehmen, das ein niedlicher Panda ziert...