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Smartphones: Spionage-App schockt Experten

Privater Lauschangriff

Die meisten von uns können ohne Handy gar nicht mehr sein. Und das macht uns angreifbar, denn es gibt inzwischen Spionage-Programme, mit denen Ihr Partner oder Ihr Chef Sie ausspionieren und überwachen könnte. Dem privaten Lauschangriff können Sie aber auf die Schliche kommen.

Smartphone: Wirbel um Spionage-App
Achtung beim Texten: Whatsapp & Co. sind längst nicht mehr sicher vor Handy-Spionen. © picture alliance / HOCH ZWEI, Philipp Szyza / HOCH ZWEI

Sie macht ein Foto - er kann es sich direkt anschauen. Sie schreibt eine SMS - er liest sie, obwohl sie gar nicht für ihn bestimmt war. Sie telefoniert - er zeichnet jedes Wort auf. Wann immer, wo immer er will. Doch ER ist kein Geheimdienst-Mitarbeiter, kein Topspion - er ist ihr Freund. Chihab Hatzgui aus Leipzig hat mit seiner Partnerin getestet, welche Informationen eine Spionage-App wirklich liefert.

Das Ergebnis ist erschreckend: Hatzgui erreicht durch das Programm 'mSpy' eine Komplettüberwachung, von der die Stasi wohl nicht einmal zu träumen gewagte hätte - jetzt erhältlich für jedermann. Die App muss nur in einem unbemerkten Augenblick bei jemandem auf dem Smartphone installiert werden, schon kann der Spion jede Info auslesen, jede Datei kopieren - und das Handy sogar als Abhörgerät fernsteuern, wie ein Anbieter in seiner Werbung ungeniert verspricht: "Sie können private Gepräche hinter verschlossenen Türen belauschen. Über das Handy sind Sie in der Lage, jedes Wort und jedes Geräusch aufzuzeichnen."

Auch auf seiner Website ist der Anbieter dreist genug, mit der kompletten Überwachung von Ahnungslosen zu werben - wie zum Beispiel von Angestellten. Doch ganz versteckt im Impressum steht dann: Es verletze Gesetze, wenn man die App ohne Zustimmung installiert, der Einsatz der Software für illegale Zwecke werde ausdrücklich nicht gebilligt. Denn es ist natürlich verboten, jemanden zu überwachen.

"Eine derartige App ist grundsätzlich illegal - in jeder Form. Installieren, Gebrauch, alles ist strafbar", sagt der Fachanwalt für Strafrecht Steffen Ufer. Bis zu drei Jahre Gefängnis sind als Strafmaß vorgesehen. Das Schlimme: Es gibt keine Schutzfunktion vor einer solchen App - und es ist gar nicht so einfach, herauszufinden, ob sie bereits auf dem Smartphone installiert ist.

Die einzige Chance ist, in den Handy-Einstellungen regelmäßig die Liste der Apps nach unbekannten Anwendungen zu durchsuchen. Alternativ bleibt Ihnen nur die Möglichkeit, sich Partner, Vorgesetzte und Bekannte auszusuchen, die keine Verbrechen begehen und die Privatsphäre privat lassen.

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