Markteinführung des "Smart-Bra" für 2021 geplant

BH soll Brustkrebs frühzeitig erkennen

Krebs-Früherkennung: Der Smart-Bra soll sich  äußerlich kaum von einem normalen BH unterscheiden
© Rudyanto Wijaya

06. April 2020 - 13:30 Uhr

Forscher freuen sich über möglichen Fortschritt in der Krebs-Früherkennung

Studierende der ETH aus Lausanne (EPFL) haben einen intelligenten BH entwickelt, der Brustkrebserkrankungen frühzeitig erkennen soll. Die Erfindung soll 2021 auf den Markt kommen.

Neue Technologie mit Ultraschallwellen

Ein BH, der bei seiner Trägerin frühzeitig Brustkrebs erkennen soll - so lautet das Versprechen eines Projekts von ETH-Studierenden. Im Rahmen eines Wettbewerbs kam den Studierenden die Idee für den sogenannten Smart-Bra. In Zusammenarbeit mit dem Start-up-Unternehmen "IcosaMed" soll die Idee 2021 am Markt erhältlich sein.

Anders als bei bisherigen Lösungen, die mit Strahlung arbeiten, basiert diese Technologie laut EPFL auf Ultraschallwellen. Das spezielle Material im BH lädt sich durch Verformung quasi selbst auf. Dadurch erhalten die eingebauten Sensoren Energie und scannen die Brust der Frau auf mögliche Krebszellen. Das besondere an der neuen Methode: Der Brustkrebs-BH unterschiedet sich äußerlich kaum von einem normalen BH.

"Diese Technologie ermöglicht es, die Erkennungs-Technik möglichst klein zu halten, sodass der BH immer noch bequem zu tragen und fast unsichtbar ist", erklärt Hugo Vuillet, einer der Studenten des Entwicklungsteams. Sollte der Smart-Bra etwas verdächtiges finden, wird die Trägerin alarmiert und kann zeitnah einen Arzt aufsuchen.

Revolutionärer Ansatz in der Krebsprävention

Zunächst soll sich der Smart-Bra an Frauen richten, bei denen bereits Krebs diagnostiziert wurde. So soll der Krebs besser kontrolliert werden. Anschließend sollen auch Frauen das Produkt anwenden können, die aufgrund ihres Genpools ein höheres Risiko haben, an Brustkrebs zu erkranken. Langfristig möchte man den intelligenten BH allen Frauen anbieten können.

Die Forscher erhoffen sich, durch die intelligente Bekleidungstechnologie einen völlig neuen Ansatz in der Krebsprävention zu ermöglichen. Beispielsweise können weitere intelligente Textilien - wie Unterwäsche oder Körperanzüge - zur Erkennung und Vorbeugung weiterer Krebsarten entwickelt werden.​

Smart-Bra soll 2021 auf den Markt kommen

"Wir sind derzeit auf der Suche nach Geldgebern», sagt Max Boysset, Chef und Gründer von IcosaMed. Insgesamt werden rund 3,8 Millionen Euro für die Fertigstellung sowie für die Vermarktung des intelligenten BHs benötigt. Wenn die Finanzierung klappt, könnte die Erfindung 2021 auf den Markt kommen.

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