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Slums in Hamburg: Vermieter zockt Hausbewohner mit Ekel-Wohnungen ab

Slums in Hamburg: Vermieter zockt Hausbewohner mit Ekel-Wohnungen ab

Unhaltbare Zustände in Hamburger Wohnhaus

Die Wohnungen in der Seehafenstraße Nummer 9 in Hamburg jagen einem einen Schauer über den Rücken: Überall Schimmel, Ungeziefer und offene Leitungen. Die Zustände sind für keinen Menschen zumutbar, und doch wohnen hier 94 Menschen und zahlen eine viel zu hohe Miete, weil ihnen nichts anderes übrig bleibt.

Slums mitten in Hamburg

Wer in der Seehafensraße Nummer 9 landet, kann nirgendwo anders hin. In dem Gebäude wohnen hauptsächlich Rumänen, oft mit kleinen Kindern. Alina Morar ist eine von ihnen. Seit vier Jahren lebt sie in der heruntergekommenen Wohnung, ein einziges winziges Zimmer teilt sie sich mit sieben weiteren Familienmitgliedern. Die Miete: 600 Euro, Küche und Bad muss sie sich mit einer weiteren Familie teilen. An Mäuse und Kakerlaken hat sich Alina fast gewöhnt.

Dem Mieterverein sind die katastrophalen Wohnverhältnisse bekannt: "Die Mietverträge deuten auf überhöhte Mieten hin. Einige Zimmer sind gar nicht bewohnbar. Nur weil der Wohnungsmarkt in Hamburg so eng ist, haben Vermieter, wie in diesem Fall, die Chance, Menschen, die der Sprache nicht mächtig sind, auszubeuten", sagt Siegmund Chychla.

Stadt übt Druck auf Vermieter aus

Sie muss 600 Euro für ein winziges Zimmer zahlen
Alina Morar wohnt in der Seehafenstraße 9.
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Sogar städtische Einrichtungen sind auf die Wohnungen in der Seehafenstraße Nummer 9 angewiesen. Sie haben einige Wohnungen angemietet, um Menschen vor der Obdachlosigkeit zu bewahren. Doch auch in diesen Fällen klagen Bewohner über Schimmel und offene Leitungen, die teilweise gefährlich nah am Spülbecken verlaufen.

Auch der Stadt sind die schlimmen Zustände bekannt. Die Zuständigen entschieden sich vor ein paar Wochen, endlich zu handeln: Nach einer Razzia mit 100 Beamten wird jetzt in dem Gebäude zumindest oberflächlich saniert. "Wir haben in diesem Fall alle staatlichen Stellen zusammengezogen, so kann man auch wirklich erfolgreich sein. Solche Mietverhältnisse wollen wir in Hamburg nicht", sagt Marcel Schweitzer von der Behörde für Arbeit und Soziales.

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Vermieter bislang nicht zu Stellungsname bereit

Der Vermieter wollte sich zu den unhaltbaren Zuständen nicht äußern. Die Bewohner müssen deshalb wohl solange aushalten, bis die Stadt genug Beweise gesammelt hat, um weitere Maßnahmen zu ergreifen. Wie sich die Bewohner mit den schlimmen Zuständen zu arrangieren versuchen, sehen Sie im Video.