Südafrika: Skrupellose Wilderer erschießen schwangere Nashornkuh und ihr Kalb

03. November 2017 - 20:59 Uhr

Wilderer löschten drei Nashörner sinnlos aus

"Dafür gibt es keine Worte", postete die Verwaltung des 'Pilanesberg National Park' auf ihrer Facebook-Seite, dazu mehrere herzzerreißende Fotos. Eine erschossene Nashornkuh liegt tot am Straßenrand, daneben ihr totes Kalb. Wilderer haben die Tiere erlegt, um an die begehrten Hörner zu kommen. Besonders tragisch: Die Verbrecher haben nicht nur zwei Nashörner ausgelöscht, sondern drei. Das Muttertier war hochschwanger.

Nashorn-Baby wäre im Februar oder März zur Welt gekommen

Der 'Pilanesberg National Park' liegt rund zwei Autostunden nördlich von Johannesburg in Südafrika. Die Wilderer töteten die Tiere offenbar bei Tagesanbruch und waren gerade dabei, die Hörner abzusägen, als sie gestört wurden. Als sich ein Safarifahrzeug näherte, ließen sie die Tierkadaver mitsamt der Hörner liegen und machten sich aus dem Staub.

"Wir sind am Boden zerstört", teilte der Nationalpark bei Facebook mit. Als die Polizei die toten Tiere aufschnitt, um an die Projektile der Wilderer zu kommen, entdeckten sie, dass die etwa acht Jahre alte Nashornkuh schwanger war. Sie hätte ihr Baby wohl im Februar oder März zur Welt gebracht. Eine Schwangerschaft bei Nashörnern dauert zwischen 16 und 18 Monaten.

In Südafrika sterben jedes Jahr 1.000 Nashörner durch Wilderer

Wilderer sind ein riesiges Problem für die Nashornpopulation in Afrika. Perry Dell, die Sprecherin des Pilanesberg Wildlife Trust, erklärte, dass in dem relativ kleinen Nationalpark im gesamten letzten Jahr zwei Tiere erlegt wurden. In diesem Jahr fielen schon 16 Nashörner Wilderern zum Opfer.

Einer der Parkleiter postete ein emotionales Video, in dem er dazu aufrief, dass Problem ernster zu nehmen. "Es ist schrecklich zu sehen, wie diese wunderschönen Tiere sinnlos für nichts und wieder nichts abgeschlachtet wurden", erklärte er. Doch um Wilderer von dem Park fernzuhalten, fehlt es an Geld, Ausrüstung und Mitarbeitern.

In ganz Südafrika sterben jedes Jahr rund 1.000 Nashörner durch Wilderer. Das Horn der Tiere ist besonders in Asien als angebliches Wundermittel begehrt und kann dort teuer verkauft werden. Die meisten Tiere werden im Krüger-Nationalpark erlegt. Dadurch hat sich die Zahl der Tiere in freier Wildbahn so stark dezimiert, dass es inzwischen nur noch 20.000 bis 25.000 Breit- und Spitzmaulnashörner in Afrika gibt, schätzen Experten.