Skoda und Seat haben auch betrogen - Gerüchte um BMW

25. September 2015 - 15:00 Uhr

Gerüchte um BMW - Skoda und Seat auch betroffen

Zynische Kritiker sagen, das einzige, was VW noch retten könne ist, dass auch die anderen betrogen haben. Dann gibt es eben den kompletten Vertrauensverlust in die Automobilbranche, nicht nur für Volkswagen.

Abgasskandal zieht weite Kreise
Gerüchte um BMW - Skoda und Seat auch betroffen
© dpa, Uli Deck

Vielleicht sind wir davon gar nicht mehr weit entfernt. Am Donnerstag wurde bekannt, dass von den Problemen mit manipulierten Abgaswerten bei VW auch die Konzerntöchter Audi, Skoda und Seat betroffen seien. Und Gerüchte gibt es bei BMW.

Ein Sprecher der Volkswagentochter Skoda bestätigte, Modelle der Reihen Fabia, Roomster, Octavia und Superb aus den Jahren 2009 bis 2013 seien teilweise mit den betroffenen Dieselmotoren ausgerüstet worden. Bei aktuellen Modellen gebe es keine Probleme. Skoda hat nach eigenen Angaben in Deutschland einen Marktanteil von knapp 6 Prozent. Das Verkehrsministerium in Prag hat eine Untersuchung eingeleitet und will bei einer eventuellen Rückrufaktion behilflich sein, wie ein Sprecher mitteilte.

Skoda-Chef Winfried Vahland wird neben Porsche-Boss Matthias Müller und anderen als möglicher Nachfolger des zurückgetretenen VW-Chefs Martin Winterkorn gehandelt. Der 58-Jährige steht seit 2010 an der Spitze des Autobauers aus Mlada Boleslav und war zuvor fünf Jahre lang für Volkswagen in China tätig.

Auch Seat bestätigte am Donnerstag, dass in dem Werk der spanischen VW-Tochter Fahrzeuge mit der manipulierten Diesel-Technologie montiert worden seien. Die genaue Zahl sei nicht bekannt, verlautete aus Unternehmenskreisen. Eine Untersuchung solle nähere Aufschlüsse bringen. Die spanische Zeitung 'El Pais' berichtet, dass seit 2009 bei Seat eine halbe Million Autos mit der manipulierten Abgas-Technologie montiert worden seien. Als Quelle wurden inoffizielle Kreise genannt, die mit dem Unternehmen in Verbindung stünden.

Dobrindt: Auch europäische Autos betroffen

Am Donnerstagmorgen war schon die nächste, fast erwartete Hiobsbotschaft eingetroffen: Von den Manipulationen bei Abgasmessungen an Dieselfahrzeugen bei Volkswagen sind auch Autos in Europa betroffen. Das sei der von ihm eingesetzten Untersuchungskommission bei ersten Gesprächen in Wolfsburg mitgeteilt worden, sagte Dobrindt in Berlin.

Um wie viele Autos es genau gehe, stehe noch nicht fest. "Das wird sich in den nächsten Tagen klären." Dobrindt betonte: "Wir werden deswegen auch weiterhin intensiv daran arbeiten, gemeinsam mit Volkswagen genau herauszufinden, um welche Fahrzeuge es sich im Detail handelt, um auch die Öffentlichkeit weiter darüber zu informieren." Seinen Angaben zufolge geht es um Fahrzeuge mit 1,6- und 2-Liter-Dieselmotoren.

Der Autobauer BMW steht offenbar auch unter Beschuss. Die Münchner wiesen einen Bericht über angebliche Manipulationen von Werten bei Abgastests zurück. "Grundsätzlich gilt: Bei der BMW Group wird nicht manipuliert, und wir halten uns selbstverständlich in jedem Land an die gesetzlichen Vorgaben und erfüllen alle lokalen Testvorgaben", erklärte das Unternehmen. Zuvor waren die Aktien des Autobauers auf Talfahrt gegangen, nachdem 'Auto Bild' berichtet hatte, dass nicht nur VW-Dieselautos von Grenzwert-Überschreitungen bei Abgastests betroffen gewesen seien.

So habe der BMW X3 xDrive 20d bei einem Straßentest des International Council on Clean Transportation (ICCT) den Euro-6-Grenzwert für Stickoxid um über das Elffache überschritten.