Sklaverei-Fall in London: Verdächtiges Pärchen freigelassen

23. November 2013 - 19:43 Uhr

Polizei: "Höchst traumatisierte" Opfer nun in Sicherheit

Nachdem die Polizei im Londoner Sklaverei-Fall gestern ein verdächtiges Pärchen festgenommen hatte, wurde das Paar nun überraschend gegen Kaution freigelassen. Die britische Agentur 'AP' berief sich auf 'Scotland Yard' und vermeldete, dass die Frau und der Mann, jeweils 67 Jahre alt, nach ihrer Befragung auf freien Fuß gesetzt wurden. Ihnen wurde Sklaverei und Leibeigenschaft vorgeworfen, berichtete der 'Guardian'

Schläge und Gehirnwäsche - Sklavinnen von London litten sehr
'Scotland Yard' hat das der Sklaverei verdächtige Paar überraschend auf Kaution freigelassen.
© dpa, Facundo Arrizabalaga

Drei Frauen waren gegen ihren Willen in einem Haus in Sklaverei gehalten worden, mindestens eine davon mehr als 30 Jahre lang. Die Polizei konnte die "höchst traumatisierten" Opfer in Sicherheit bringen, nachdem eine der Frauen bei einer Notrufhotline der Hilfsorganisation 'Freedom Charity' angerufen hatte. Dort hatte sie berichtet, dass sie mehr als 30 Jahre gegen ihren Willen festgehalten werde.

Die Organisation kontaktierte sofort die Ermittler, welche die 69-jährige malaysische Frau, eine 57-jährige Irin und eine 30-jährige Britin befreiten. Die Behörden vermuten, dass die Britin "ihr Leben lang" in "Knechtschaft" gewesen sei. Hinweise auf sexuellen Missbrauch gäbe es bei den Frauen aber nicht.

"Etwas von diesem Ausmaß haben wir bisher nicht gesehen"

Die Frauen sind frei - doch die Zeit in Gefangenschaft hat den Berichten zufolge Spuren hinterlassen. Alle drei sollen sowohl physisch als auch psychisch gezeichnet sein. Zumindest sind sie erst einmal in Sicherheit. Es gehe jetzt darum, dass sie ihr Leben wieder in normale Bahnen lenken, hieß es von 'Freedom Charity'.

"Etwas von diesem Ausmaß haben wir bisher nicht gesehen", sagte Kevin Hyland von Scotland Yard. Drei Jahrzehnte seien ein bisher einzigartiger Fall in Großbritannien. Die Polizei teilte mit, dass sie mit der Hilfsorganisation 'Freedom Charity' zusammenarbeiten wolle, um den Fall aufzuklären. Eine umfangreiche Untersuchung sei eingeleitet worden. Zudem sei das eine Opfer durch eine TV-Dokumentation über Zwangsheirat auf die Arbeit der Organisation aufmerksam geworden und habe daraufhin Hilfe angefordert.

Außerdem wird ein Gesetzentwurf im Parlament vorbereitet, der lebenslange Haft als Höchststrafe für Sklavenhaltung vorsieht, berichtete James Brokenshire im 'BBC'-Radio. "Die Leute glauben, Sklaverei ist eine Sache, die in den Geschichtsbüchern steht. Die traurige Realität ist, dass es sie noch immer gibt", sagte er.