„Eisei“ und Geiger sind heiß auf den Winter

Skispringen: Das müssen Sie zum Saisonstart wissen

Markus Eisenbichler segelt in Innsbruck durch die Luft.
© Getty Images, Bongarts, LR

21. November 2020 - 11:03 Uhr

Die DSV-Adler fliegen wieder

Los geht's: Die deutschen Skispringer um 2019er-Weltmeister Markus Eisenbichler und den Gesamtweltcup-Zweiten Karl Geiger kehren zurück auf die Schanze. Zum Saisonauftakt geht es an diesem Wochenende ins polnische Wisla. Hier gibt es die wichtigsten Fragen und Antworten zum Skisprung-Winter 2020/21.

Wie macht sich die Corona-Krise bemerkbar?

Die Auswirkungen auf den Weltcup-Kalender sind (noch) gering. Bislang ist nur der Weltcup Anfang Februar im japanischen Sapporo gestrichen worden. Alle übrigen Termine stehen noch. Das könnte sich jedoch bald ändern: Den für Februar geplanten Olympia-Tests in Peking droht die Absage. Auch an "Geister-Springen" werden sich die Athleten gewöhnen müssen. Mindestens bis zum Beginn der Vierschanzentournee werden die Sportler vor leeren Rängen springen.

Wie sieht es mit der Hygiene aus?

ARCHIV - 31.12.2019, Bayern, Garmisch-Partenkirchen: Ski nordisch/Skispringen: Weltcup: Vierschanzentournee, Großschanze, Herren, Training. Stefan Horngacher, Bundestrainer der deutschen Skispringer. (Zu dpa: "Skisprung-Coach Horngacher: Corona-Maßna
DSV-Skisprung-Coach Horngacher
© dpa, Daniel Karmann, dka nic pre wst

Das Konzept für die Skispringer ist strikt: Jubelrituale wie Handshakes oder Umarmungen sind nicht erlaubt, auch Preise werden nur in Handschuhen und zusätzlich auf Tabletts vergeben. Sich das Jubeln komplett verbieten lassen, will Bundestrainer Stefan Horngacher aber nicht: "Dann mache ich eben die Faust."

Zumindest zu den ersten Weltcup-Stationen geht es für Teams und Betreuer mit Charterfliegern. Zudem sind die Mannschaften in eigenen Hotels untergebracht.

Welche Highlights gibt es in diesem Winter?

Die Saison ist vollgepackt damit: Der erste Höhepunkt ist die Skiflug-WM im slowenischen Planica, die vom vergangenen März auf den Zeitraum vom 10. bis 13. Dezember verschoben wurde. Rund um den Jahreswechsel folgt die Vierschanzentournee, bevor vom 23. Februar bis zum 7. März die Weltmeisterschaft in Oberstdorf stattfindet. "Die Heim-WM hat den höchsten Stellenwert", sagt Horngacher. Sein in der vergangenen Saison bester Springer Karl Geiger will sich nicht auf ein Hauptziel festlegen. "Blöd gesagt: Ich will mitnehmen, was geht", sagt der 27-Jährige.

Wie sind die deutschen Springer drauf?

Bei den Deutschen Meisterschaften im Oktober präsentierte sich Markus Eisenbichler in sehr guter Form. Der 29-Jährige siegte souverän und ist beim Weltcup-Start der größte Hoffnungsträger bei den Deutschen. Geiger dagegen suchte bis zuletzt nach seiner Bestform. "Es läuft noch nicht alles, wie es letztes Jahr war", sagte er nach seinem dritten Platz bei den nationalen Titelkämpfen.

Und sonst?

ARCHIV - 23.02.2019, Österreich, Seefeld: Skispringen, Weltmeisterschaft, Großschanze, Herren. Sieger Markus Eisenbichler (r) aus Deutschland und der Zweitplatzierte Karl Geiger aus Deutschland stehen nach der Siegerehrung zusammen. (Zu dpa «XXL-Sais
Die beiden deutschen Hoffnungsträger Karl Geiger und Markus Eisenbichler (v.l.).
© dpa, Hendrik Schmidt, hak wst

Hinter den beiden Top-Springern gibt es viele Fragezeichen. Von Olympiasieger Andreas Wellinger darf man bei seinem Comeback nach langer Kreuzbandriss-Pause nicht zu viel erwarten, auch bei Severin Freund, der mit einigen Verletzungen zu kämpfen hatte, fehlt wohl noch einiges zur Weltspitze. Überraschend: Richard Freitag schaffte es zum Saisonstart zum ersten Mal seit langem nicht ins DSV-Aufgebot.

Und wie sieht es bei der internationalen Konkurrenz aus?

Bundestrainer Horngacher rechnet im Kampf um die Podestplätze wieder mit den "üblichen Verdächtigen", nennt unter anderem die Polen Dawid Kubacki und Kamil Stoch sowie die starken Norweger, Österreicher, Slowenen und Japaner. Problem: Die Einschätzung ist in diesem Jahr schwierig, weil es coronabedingt im Sommer keine gemeinsamen Wettkämpfe gab.

"Stefan Kraft und Ryoyu Kobayashi habe ich das ganze Jahr gar nicht mehr gesehen, seitdem in Trondheim alle in den Flieger geflüchtet sind", sagt Geiger über den österreichischen Gesamtweltcupsieger und den Japaner, der 2018/19 die Vierschanzentournee gewonnen hat. In Trondheim war die vergangene Saison Mitte März abgebrochen worden.

RTL.de/sid/dpa